Diese Frage beschäftigte den Gemeinderat in den letzten beiden Sitzungen. Am 2.März erreichte uns eine beruhigende Nachricht: Gemeinsam mit der Unterkunft am Gerlinger Tor, die momentan vorbereitet wird, sollten die aktuell vorhandenen Unterkünfte ausreichen. Doch Prognosen und Schätzungen ändern sich – wir sollten auch vorbereitet sein, falls die Zahlen wieder steigen. Deshalb wurden von einer fraktionsübergreifenden Kommission einige Flächen zur „Reserve“ ausgewählt, welche auch in der letzten Sitzung vom Gemeinderat bestätigt wurden. Hierbei handelt es sich um Ausgleichsflächen an der Leonberger Straße sowie im Aischbach, und um Grundstücke an den Kreuzungen Hermann-Löns-Weg / Forchenrainstraße und Kappel- / Stahlerstraße.
Sollte es notwendig werden, auf eine dieser Flächen zurückzugreifen, so gibt es dabei einige Punkte zu beachten, die uns – angesichts der aktuellen Diskussionen – am Herzen liegen.

  1. Flüchtlinge sind Menschen, und Menschen gehören unter andere Menschen. Eine Unterbringung außerhalb oder am Rand der Stadt wäre falsch.
  2. Solange die Stadt Eigentümer von ausreichend geeigneten Flächen ist, sollte vom Ankauf weiterer Flächen abgesehen werden.
  3. Eine Massierung von Flüchtlingen an einem Ort sollte unbedingt vermieden werden. Eine dezentrale Unterbringung sorgt für eine einfachere Integration, geringeres Konfliktpotential und mehr Fairness gegenüber allen Einwohnern.

An jedem möglichen Standort werden kritische Stimmen laut werden. Dabei darf die Stimme eines Gemeinderates nicht schwerer wiegen als die Stimme jedes anderen Mitbürgers. Wir stehen in einer besonderen Verantwortung für ein gutes Zusammenleben in unserer Stadt. Dabei sollten wir unsere Einflussmöglichkeiten im Rat nicht zur Durchsetzung individueller Interessen missbrauchen.

Wir sollten uns immer wieder klarmachen, dass wir als gewählte Volksvertreter eine Verantwortung für alle Bürger in Gerlingen haben. Für die, die jetzt schon hier sind – aber auch für die, die nun dazukommen. Alle Entscheidungen die wir zu diesem Thema treffen erfordern daher Fingerspitzengefühl und einen Blick aufs Ganze. Für eventuelle Entscheidungen in der Zukunft wünschen wir uns daher ein wohlüberlegtes, gerechtes und menschliches Vorgehen.

Für die Fraktion der Jungen Gerlinger
Judith Stürmer