Ungefähr 3km vor dem Ziel platzte ein Schrei aus Matthias heraus. Er war angetrieben vom Adrenalin der letzten Woche und der Euphorie über die baldige Ankunft. Wir befanden uns auf den letzten Kilometern des Stafettenlaufs in unsere englische Partnerstadt Seaham.

1400km hatten 40 verrückte Sportler*innen in 140 Stunden hinter sich gebracht. Auch Team E (wie Energy) war dabei: Petra, Matthias, Jan, Alexander, Roland, Nino, Judith und Radu.

Wie kommt man darauf, sich einer solch aberwitzigen Herausforderung zu stellen?

Wegen zu vieler übriger Urlaubstage? Keinesfalls.
Aus Langeweile? Eher nicht.
Des sportlichen Reizes wegen? Vielleicht.
Aus Abenteuerlust? Möglicherweise.
Um die Verbundenheit zweier europäischer Städte zu zeigen? Unter allen Umständen!

Obwohl es für uns nicht der erste Stafettenlauf war, gab es viele Unbekannte  –  so war z.B. die Strecke länger, als alle zuvor zurückgelegten. Eine ganze Woche sollte der Lauf dauern. Ein Meer war zu überqueren, der Linksverkehr zu meistern, unbekannte Wege zu finden und neue Teammitglieder kennenzulernen – kurzum, wir wussten nicht genau, was uns erwartete, als wir am 06.Juli als erstes Team in den Lauf starteten.

Was haben wir erlebt? Eine Woche auf engstem Raum mit unserem Team, selten ohne Muskelkater, häufig erschöpft und müde, nicht immer wohlriechend, manchmal auf Ab- oder Umwegen. Eine Woche voller Teamgeist, Energie, Freundschaft, guter Laune, Hilfsbereitschaft, Neugier, neuer Bekanntschaften, und besonderer Momente. Mal liefen wir bei Tag und mal bei Nacht, wir umliefen unpassierbare Abschnitte, wir hängten angreifende Dachse ab, wir liefen auf der Straße, im Wald und auf dem Feld und ab und zu war auch ein kurzer Sprint vonnöten (z.B. als das Begleitauto einfach einen der Läufer in Verdun vergessen hatte…). Nach einer langen und gleichzeitig kurzen Woche war es tatsächlich so weit. Eine kleine Erhöhung, die wir schnell erklommen und plötzlich: Meer. Wir hatten die Küste Nordenglands erreicht. „Für die Städtepartnerschaft!“ Nach einem fröhlichen Empfang verbrachten wir noch einige tolle Tage bei und mit Freunden aus Seaham.

Wir können es bis jetzt noch deutlich spüren: Ein solches Unterfangen verbindet auf besondere Weise. Die Teams, die Gesamtgruppe und die beteiligten Städte. Wir danken allen, die an der Planung, Organisation und Durchführung des Stafettenlaufs beteiligt waren (insb. auch dem tollen Team von DRK!) von Herzen – es war eine wundervolle Erfahrung, auf die wir noch lange glücklich zurückblicken!