Einige unserer fünf Spitzenkandidaten werden (hoffentlich) die weitere Entwicklung Gerlingens aktiv mitgestalten können. Daher haben wir sie gefragt: Welches Projekt der kommenden fünf Jahre (egal ob schon in konkreter Planung oder bislang nur Idee) ist dir besonders wichtig? Welches siehst du skeptisch oder bist sogar gegen eine Umsetzung? Warum?

 

Listenplatz 5: Maik Tobias, 24 Jahre

Ich befürworte die geplante Investition in die Renovierung von Sanitäranlagen in öffentlichen Räumlichkeiten sehr, da diese vielerorts überfällig ist.

Bezüglich der Renovierung der Realschule stehe ich einem Aspekt kritisch gegenüber: Ursprünglich wurde ein Konzept gewählt, bei dem die Umbauarbeiten den Schulalltag nicht beeinflussen sollten. Trotzdem soll jetzt der Unterricht ausgelagert werden. Das führt zwar zu einer kürzeren Bauzeit, bringt aber nicht zu unterschätzende Unannehmlichkeiten mit sich.

 

 

Listenplatz 4: Manuel Reichert, 26 Jahre

Besonders wichtig ist mir, dass auf dem ehemaligen Hirsch-Areal wieder eine Gaststätte mit Biergarten entsteht. Mit der Frage, ob dies in Form einer Kernsanierung des Bestandsgebäudes oder einer Überplanung und Neubebauung des gesamten Areals (inkl. Weinwelt, Tiefgaragenzufahrt und Volksbank Leonberg-Strohgäu) geschieht, wird sich der neue Gemeinderat befassen müssen. Worauf auch immer es hinausläuft sollte es dort letztendlich auf jeden Fall wieder ein Restaurant mit Außengastronomie geben.

 

Kritisch sehe ich die Folgen des Neubaus „Gerlingen Work“ der Firma Gieag auf dem ehemaligen Salutas-Gelände für die dortige Verkehrssituation. Zweifellos ist es positiv zu werten, dass der Wirtschaftsstandort Gerlingen durch die bis zu 800 entstehenden Arbeitsplätze und den Hauptmieter Bosch weiter gestärkt wird. Selbst wenn man unterstellt, dass die im Neubau enthaltenen 530 Parkplätze für alle mit dem Auto anreisenden Arbeitnehmer ausreichen, darf es künftig dennoch zu keinem Verkehrschaos kommen.

 

 

Listenplatz 3: Lukas Kuntz, 20 Jahre

Besonders wichtig für mich ist der Umbau der Realschule in Gerlingen. Schon zu meiner Schulzeit dort war klar, dass etwas getan werden muss, da das Gebäude im jetzigen Zustand, z.B. durch undichte Fenster, weder für Schüler noch für Lehrer einen angenehmen Schulalltag bietet. Beim Umbau sollte besonders auf eine gute Lernatmosphäre und ökologisch moderne Bauweise geachtet werden. Ich hoffe auch, dass es für die im Zuge des Umbaus kürzlich gefällten Bäume einen zeit- und ortsnahen Ausgleich geben wird.

Leider wird durch die Sanierung die Realschulturnhalle abgerissen, für die es im Stadtkern keinen Ersatz geben wird. Darunter werden vor allem Vereine oder zum Beispiel auch das Sportangebot des Jugendhauses leiden.

 

Listenplatz 2: Dennis Uhl, 20 Jahre

Mehr öffentlicher Raum für Jugendliche zu schaffen, hat in meinen Augen eine hohe Priorität. Die Jugendlichen in Gerlingen erschließen sich ihren Raum und Platz, um sich zu treffen, entfalten und Zeit verbringen zu können, selbst. Doch dies führt nicht selten zu Problemen mit Anwohnern. Da aber ein solcher Raum für Jugendliche unbedingt notwendig ist, ist es an der Zeit nach möglichen Ansätzen und Lösungen zu schauen. Des Weitere will ich die kulturellen Gegebenheiten in Gerlingen und deren Konzepte von Begegnungsstätten weiterhin fördern und unterstützen, denn zu solchen Projekten gehören nicht nur engagierte Bürger, sondern auch eine Stadt die hinter ihnen steht. Kritisch dagegen sehe ich den ständigen Aufschub der Sanierung unseres Jugendhauses, da dies einer der wenigen Räumlichkeiten ist, in denen sich Jugendliche treffen und Angebote wahrnehmen können.

 

 

Listenplatz 1: Judith Stürmer, 24 Jahre

Ein Projekt, das mir als langjährige Volleyballtrainerin sehr am Herzen liegt, ist die neue Sporthalle in den Breitwiesen. Neben der neuen Halle selbst freut mich besonders, dass hier von Beginn an bedarfsgerecht, unter Einbezug aller Beteiligten und mit finanziellem Fingerspitzengefühl geplant wurde – ein solches Vorgehen wünsche ich mir häufiger. Unglaublich ärgerlich finde ich nach wie vor den Verlauf der Beratungen zum Stadtmuseum. Statt eine (notwendige) Sanierung und die Herstellung der Barrierefreiheit konkret und rasch anzugehen, wurde ein (nicht unbedingt notwendiger) teurer Anbau geplant. Jetzt ist uns die Zeit weggelaufen und es stehen in den nächsten Jahren keine Fördergelder für eine Sanierung zur Verfügung. Dieses Vorgehen hat in meinen Augen nichts mit verantwortungsbewusstem Wirtschaften zu tun.