Erst am 27.02.2019 hat der Gemeinderat den Haushaltsplan 2019 der Stadt Gerlingen verabschiedet. Würde er im Laufe des Jahres genau so bewirtschaftet werden, wie geplant, würde die Ergebnisrechnung (diese entspricht in der freien Wirtschaft der Gewinn- und Verlustrechnung) am Ende des Jahres 2019 einen Jahresüberschuss von 53.000 € aufweisen. Dieses Ergebnis erfüllt gerade so die gesetzlichen Mindestanforderungen an einen ausgeglichenen Haushalt.

Der Haushaltsplan 2019 beinhaltet Investitionen in Rekordhöhe. Die meisten von ihnen sind wichtig und notwendig, folglich werden sie von den Jungen Gerlingern ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Als Beispiele seien der Beginn der Generalsanierung der Realschule (Gesamtkosten ca. 30 Mio. €) und der Baubeginn einer neuen Sporthalle in den Breitwiesen (Gesamtkosten ca. 13 Mio. €) genannt. Die geplanten Auszahlungen für Investitionen führen im Haushaltsjahr 2019 zu einer Reduzierung an liquiden Mitteln um 30 Mio. €. Lediglich der prall gefüllten Liquiditätsreserve der Stadt ist es zu verdanken, dass Gerlingen im Jahr 2019 auf die Aufnahme von Schulden verzichten kann. Doch auch die Gerlinger Liquiditätsreserve ist endlich, deshalb gilt es, sorgsam mit ihr umzugehen. Viele solcher Haushalte können wir uns nicht mehr leisten!

Genau darum hinterfragen wir Junge Gerlinger sämtliche Investitionen auf Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit, Finanzierbarkeit und Alternativen. Wenn man das tut, muss man sich manchmal eingestehen, dass nicht alles Wünschenswerte um jeden Preis verwirklicht werden muss. In diesem Lichte ist auch unsere Ablehnung der der Schulmensa (10 Mio. €) und eines Erweiterungsbaus für das Stadtmuseum (1,25 Mio. €) zu betrachten. Manfred Rommel (1974 – 1996 Oberbürgermeister von Stuttgart) sagte einst: „Wenn man Geld nicht ausgibt, was man nicht hat, nennt man das Realismus.“ An diese Devise halten wir Junge Gerlinger uns und werden es auch in der kommenden Legislaturperiode zum Wohle unserer schönen Stadt tun.

 

Für die Jungen Gerlinger

Manuel Reichert