Der neu gewählte Gemeinderat hat sich im Vergleich zum vorherigen um 13,5% verjüngt. Diese Differenz zum letzten Gremium ist so groß, wie der gesamte Stimmenanteil der CDU/ CSU bei der Europawahl in der Sparte der 18- bis 29-Jährigen. War das letzte Gremium im Schnitt 55,6 Jahre alt, so ist das jetzige 48,1 Jahre alt.

Und das ist bitter notwendig, soll der Gemeinderat als wichtigstes städtisches Gremium doch ein Spiegel der Gerlinger Bürger sein. In Gerlingen ist die Mehrheit der Bevölkerung zwischen 0 und 50.

Doch was heißt dieses „jung sein“?

Es heißt neugierig bleiben, aufgeregt sein vor einer Abstimmung, mitfiebern, nächtelang die wirklich richtige Entscheidung diskutieren, die zur Abstimmung auf die Tagesordnung soll. Jung heißt, wirklich Neues erleben, keinen Wunsch als „schon bekannt“ abtun. Mit Feuereifer bei der Sache um wachzurütteln/ aufmerksam zu machen. Es bedeutet, sich auch mal überraschen zu lassen, weil man noch nicht alles gesehen und gehört hat, weil man Routine nicht zugelassen hat. Junge Gerlinger lieben ihre Stadt so wie sie ist – und planen deswegen, wie sie sich in Zukunft verändern kann.

Wieviel jünger unser Gemeinderat also wirklich geworden ist, wird sich erst in den kommenden fünf Jahren zeigen.