Mit dieser und vielen, vielen weiteren Fragen begann das Klausurwochenende der Jungen Gerlinger am 05.Oktober. Los ging es mit wilden Gedankenspielen – alles war erlaubt, es gab kein „zu verrückt“ und kein „zu banal“. Was ist deine Utopie für Gerlingen? Was darf Gerlingen (nicht)?

Am Samstag früh gab es für die besonders Motivierten unter uns eine Yoga-Einheit, so dass wir frisch und inspiriert in die weitere Arbeit starteten. Wir warfen kritische Blicke auf aktuelle und zukünftige Projekte, Entwürfe und Pläne – aber auch auf uns selbst. Wie bewerten wir unsere Kommunikation, sowohl intern als auch nach außen? Wo konnten wir in der Arbeit im Gemeinderat bislang wichtige Impulse setzen und wo ist uns das nicht gelungen? Was sind die Gründe dafür? Gibt es Themen, die uns wichtig waren, die wir aber aus den Augen verloren haben? Wie können wir unsere Forderungen und Wünsche mit einem verantwortungsbewussten Umgang mit Finanzen und Ressourcen vereinen? Sich selbst aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und zu kritisieren ist zwar phasenweise nicht einfach, aber dringend notwendig, wenn man sich weiterentwickeln möchte – und wer diese Anforderung an Gerlingen stellt, muss sich auch selbst daran messen.

Wieder einmal war es beeindruckend zu sehen, wie groß das Interesse junger Menschen an der Gerlinger Kommunalpolitik ist – der Wille, das Zusammenleben in unserer Stadt weiterhin aktiv mitzugestalten, ist spürbar groß. Wir danken allen engagierten Jungen Gerlinger*innen für die erfolgreiche Klausur und freuen uns auf die weitere Arbeit!

Aufgrund aktueller Ergebnisse aus der ISEK Bürgerbefragung, dem Fußverkehrscheck, sowie verkehrssicherheitstechnischen Überlegungen, wird die Evaluierung eines Parkraummanagements durch einen externen Partner beantragt.

Ziele:

  • Reduktion von Falschparkern
  • Reduktion von Parksuchverkehr
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit
  • Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität

Definition Parkraummanagement:

„Das Parkraummanagement funktioniert nach dem sogenannten Mischprinzip, das heißt, grundsätzlich sind die Parkplätze für alle da. Allerdings ist die Nutzung für Bewohner nach Erwerb eines Bewohnerparkausweises gebührenfrei. Gewerbebetreibende können alternativ eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Alle anderen müssen Parkgebühren bezahlen.“

 

Hintergrund:

Im Zuge des städtischen Ziels „Innenverdichtung vor Bebauung Außenbereiche“ zeigen sich mit steigendem PKW-Verkehr diverse „Brennpunkte“. Als Beispiele fungieren hier unter anderem die Straßen Christophstraße, Hofwiesenstraße und Kiefernweg, sowie der Skiclub und das Familienzentrum.

Falschparker und Parksuchverkehr führen sowohl zur Einschränkung der Verkehrssicherheit, als auch zu Einschränkungen in der Wohn- und Aufenthaltsqualität.

 

Jüngste Bürgerbeteiligungen (ISEK Bürgerbefragung: „Parkplatzangebot schlecht“ – Bewertung 2,86 – Gehenbühl 3,04) und Fußverkehrsscheck (Optimierungsbedarf: „Neuorganisation Parkplatzsituation Gehenbühl“) zeigen notwendigen Handlungsbedarf.

Nach einer Untersuchung/Evaluierung durch ein Fachbüro erwarten wir konkrete Handlungsvorschläge ob  – und unter welchen Voraussetzungen – ein Parkraummanagement in der Stadt Gerlingen umsetzbar wäre.

Die zu erwartenden Einnahmen sollen in:

  • den Ausbau der Radwegenetze
  • die Förderung alternativer Mobilitätsansätze/ÖPNV
  • Parkplätze für Elektromobilität

reinvestiert werden.

 

Hinweis: Bei positiven Ergebnissen plädieren wir für einen Modellversuch in den Quartieren Breitwiesen und/oder den Gerteisen.

Ungefähr 3km vor dem Ziel platzte ein Schrei aus Matthias heraus. Er war angetrieben vom Adrenalin der letzten Woche und der Euphorie über die baldige Ankunft. Wir befanden uns auf den letzten Kilometern des Stafettenlaufs in unsere englische Partnerstadt Seaham.

1400km hatten 40 verrückte Sportler*innen in 140 Stunden hinter sich gebracht. Auch Team E (wie Energy) war dabei: Petra, Matthias, Jan, Alexander, Roland, Nino, Judith und Radu.

Wie kommt man darauf, sich einer solch aberwitzigen Herausforderung zu stellen?

Wegen zu vieler übriger Urlaubstage? Keinesfalls.
Aus Langeweile? Eher nicht.
Des sportlichen Reizes wegen? Vielleicht.
Aus Abenteuerlust? Möglicherweise.
Um die Verbundenheit zweier europäischer Städte zu zeigen? Unter allen Umständen!

Obwohl es für uns nicht der erste Stafettenlauf war, gab es viele Unbekannte  –  so war z.B. die Strecke länger, als alle zuvor zurückgelegten. Eine ganze Woche sollte der Lauf dauern. Ein Meer war zu überqueren, der Linksverkehr zu meistern, unbekannte Wege zu finden und neue Teammitglieder kennenzulernen – kurzum, wir wussten nicht genau, was uns erwartete, als wir am 06.Juli als erstes Team in den Lauf starteten.

Was haben wir erlebt? Eine Woche auf engstem Raum mit unserem Team, selten ohne Muskelkater, häufig erschöpft und müde, nicht immer wohlriechend, manchmal auf Ab- oder Umwegen. Eine Woche voller Teamgeist, Energie, Freundschaft, guter Laune, Hilfsbereitschaft, Neugier, neuer Bekanntschaften, und besonderer Momente. Mal liefen wir bei Tag und mal bei Nacht, wir umliefen unpassierbare Abschnitte, wir hängten angreifende Dachse ab, wir liefen auf der Straße, im Wald und auf dem Feld und ab und zu war auch ein kurzer Sprint vonnöten (z.B. als das Begleitauto einfach einen der Läufer in Verdun vergessen hatte…). Nach einer langen und gleichzeitig kurzen Woche war es tatsächlich so weit. Eine kleine Erhöhung, die wir schnell erklommen und plötzlich: Meer. Wir hatten die Küste Nordenglands erreicht. „Für die Städtepartnerschaft!“ Nach einem fröhlichen Empfang verbrachten wir noch einige tolle Tage bei und mit Freunden aus Seaham.

Wir können es bis jetzt noch deutlich spüren: Ein solches Unterfangen verbindet auf besondere Weise. Die Teams, die Gesamtgruppe und die beteiligten Städte. Wir danken allen, die an der Planung, Organisation und Durchführung des Stafettenlaufs beteiligt waren (insb. auch dem tollen Team von DRK!) von Herzen – es war eine wundervolle Erfahrung, auf die wir noch lange glücklich zurückblicken!

 

Die Bürger Gerlingens waren 2017 eingeladen am Fußverkehrscheck, der auch zwei Stadtspaziergänge beinhaltete, teilzunehmen. Unter anderem ging es um Bürgersteige – und auch um Hecken.

 

Der Bürgersteig, das ist ein Ding auf dem jeder einfach entlangläuft auf dem Weg von A nach B, so könnte man meinen.

 

Doch er kann mehr:

  • Es war die erste eigene Unterlage, der Steig der Bürger einer Stadt. Bevor es ihn gab mussten alle auf der (von Reitern und Kutschen verwendeten) Straße laufen.
  • Auf ihm erobern sich alle Kinder ihren Nahraum und haben erste Kontakte mit dem Straßenverkehr.
  • In Wohngebieten dient er gerne als Spielplatz oder Verkaufsstätte für den ersten Flohmarkt.
  • Er kann mit Kreiden wunderbar als Leinwand genutzt werden.

 

Wir können stolz sein auf unsere Steige, wir Bürger.

 

Eines fiel uns Fußverkehrscheckern auf: Die Hecken wachsen an vielen Orten über und in unsere Wege. Für Kinderwagen, Rollstuhl und Gegenverkehr kann es sehr eng oder kratzig werden. Bitte, liebe Heckenbesitzer, verpassen sie ihren Hecken jetzt im Frühjahr mal einen Kurzhaarschnitt. Schnippeln sie ihn frei, den Gehweg. Und spickeln sie dann über ihre neue, kleine Hecke und bewundern Kaufläden, Kunstwerke oder einfach schreitende Fußgänger.

 

E.M.S.

Vielen Dank Herr Bürgermeister,

 

gestatten sie mir – auf Grund meines norddeutschen Migrationshintergrundes – einen etwas maritimen Blick auf den diesjährigen Haushaltsplan:

 

Der Wind steht günstig verehrte Damen und Herren,

 

die MS Gerlingen mit ihrer knapp 20.000 Mann (und natürlich auch Frau) starker Besatzung wird von ihrem Kapitän Georg Brenner bei gutem Seegang in ein neues Jahr gesteuert.

 

Unser Quartiersmeister / „Steuer“-Mann, Hr. Kern, kann für das Jahr 2018 erneut Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer verzeichnen. Trotz der hohen Steuereinnahmen mahnt er, angesichts der immer weiter steigenden Umlagen in den Folgejahren, aber zurecht vor einem investitions-intensiven Kurs.

 

Jedoch verhallen seine Worte im geschäftigen Treiben der Crew,  welche – trotz Personalengpässen – beeindruckend viele Projekte verfolgt.

Ganze 19 Millionen €  stehen dieses Jahr nebst den noch offenen Investitionen aus 2017 auf dem vollgepackten Reiseplan. Wir hoffen die Crew schafft das!

 

Zur großen Freude aller sportlich interessierten Passagiere wird an einer neuen Sporthalle und einem Kunstrasenspielfeld gearbeitet. Nicht nur der sportlichen Erfolge  – wie beispielsweise der Tabellenstand des 1. FC Gerlingen – stützen dieses Vorhaben.

 

 

In den Betreuungseinrichtungen unter Deck wird derzeit hitzig diskutiert. Die Kosten für die Kinderbetreuung sind wie die Wertigkeit der Einrichtungen – überdurchschnittlich hoch.

 

Gerade in diesem Bereich des Schiffes fehlt es an Personal und gesetzlicher Vorgaben der Bundesregierung. Dennoch. Keiner der jüngeren Passagiere muss auf einen Krippen- oder Kindergartenplatz verzichten!

 

 

Und auch das Bildungsdeck kann sich mittlerweile sehen lassen. Der langjährige Planungs-Wettbewerb Realschule hat einen guten Entwurf hervorgebracht. Wir bedauern jedoch, dass die neue und bestimmt attraktive „Kombüse“ die Realschulturnhalle über Bord wirft.

 

Zudem wird die Mensa aus unserer Sicht mit Akzeptanzproblemen kämpfen müssen. Hier sollte aus unserer Sicht gemeinsam mit Schülern und Lehrern an einem Konzept gearbeitet werden, welches die Kombüse für Jung und Alt attraktiv macht.

Die erst kürzlich getroffene Wahl einer „Mischküche“ mit frisch zubereitet Speisen, sowie die durchgeführte Schülerumfrage des JGR’s sind ein Schritt in die richtige Richtung.

 

Apropos. Eigentlich sollte man annehmen, dass den fleißigen Institutionen Jugendgemeinderat und Stadtjugendring mittlerweile eine eigene Kajüte mit funktionierender Toilette zustehen würde.

 

Doch weit gefehlt. Wenn wir das soziale und politische Interesse der Jugend langfristig sicherstellen und keine Meuterei riskieren wollen, dann sollten wir zeitnah eine Alternative zu den heruntergekommenen Kojen finden!

 

Irritiert sind wir nach wie vor über den 1,5 Millionen Euro teuren Anbau an das schiffseigenen Museum. Die Probleme wie bspw. der barrierefreie Zugang zu den Museumsräumen werden dadurch noch immer nicht gelöst.

Ein Kommentar der ansässigen „schwäbischen Hausfrau“ wäre diesbezüglich höchst interessant und willkommen.

 

Diese würde sich aber sicherlich auch über mehr Schwarz- und Rotwild in den Vorratskammern des Schiffsrestaurants freuen. Denn trotz starker Bemühungen der Gerlinger Jägerschaft sind die Abschusszahlen weiterhin zu niedrig, was sich leider an den Verbiss Schäden im Gerlinger Wald zeigt. Die Folge: Waldflächen können trotz intensiver Pflanzmaßnahmen nicht aufgeforstet werden und folgende Generationen müssen sehen, aus welchem Holz ihre Planken zukünftig gesägt werden.

 

 

Lassen wir noch kurz unseren Blick über die die weiteren Sektionen des Schiffes schweifen:

 

  • Natursteinplatten ebnen bald die Wege der Friedhöfe. Wir finden: zu pflegeintensiv

 

  • Auf dem Hauptdeck entstehen mit Träuble-Areal und Urbanstrasse moderne, hochwertige Quartiere.

 

  • Das integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist schon bald ein zuverlässiger Kompass für künftige Projekte. Ein Fortschritt in der Navigation.

 

  • Geflüchtete können dank umsichtiger Planung und vorbildlichem ehrenamtlichen Engagement gut an Bord integriert werden. Wir freuen uns darüber und danken den Beteiligten.

 

Und erfreulicherweise können wir die guten, vielschichtigen – teils freiwilligen – Angebote für Jung und Alt weiterhin aufrechterhalten.

 

Beenden wir an dieser Stelle unseren Rundgang durch die MS Gerlingen und begeben uns in die Messe, wo unser Kapitän einen Wein ausschenken wird.

Dieses Jahr zwar nicht aus eigenem städtischem Anbau, aber immerhin aus heimischen „Gewässern“.

 

Wir bedanken uns beim Decks, Maschinen- und Service-Personal und der gesamten Besatzung für die gute Zusammenarbeit und wünschen uns allen allzeit gute Fahrt. Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

 

Ahoi!

„Oh nein, noch eine Baustelle!“ dachte ich und war trotz der Yogastunde von der ich kann etwas unentspannt. Jetzt bauen sie am Schulzentrum, im Stadtzentrum in der Mitte, im Stadtzentrum an der Mitte, im Stadtzentrum am Rande und jetzt auch noch in der kleinen, ruhigen Kronengasse? Und welcher Discounter will den nun hier hin? Fragte ich mich. Nein, es wird nur ein Weg. Nur ein Weg – ganz falscher erster Eindruck. Jetzt, da der Weg fertig gestellt wurde, schreite ich stolz auf ihm entlang, wenn ich Gerlingen durchquere. Dieser Weg ermöglicht es Rollstuhlfahrern ohne Rückenschmerzen über die Holperpiste Kopfsteinpflaster zu kommen. Sehbeeinträchtigte Menschen können mit Stock oder Sehhilfe den Weg leichter ertasten oder erkennen. Kinder mit Rollern, die noch keine Fahrprofis sind, oder solche, die noch geschoben werden, haben es nun einfacher und komfortabler. Neulich entdeckte ich einen zweiten solchen Weg eine Gasse obendrüber. Das finde ich spitze! Effizient, Mitdenkend und Zusammenhängend. Ein neuer Weg für alle durchs Städtle.

E.M.S.

Wie der Kelterplatz aus vielen (neuen) Steinen, so bestehen die Jungen Gerlinger aus vielen verschiedenen Mitgliedern. Einige treffen sich stetig und besprechen sich in Ressorts. Andere beraten sich informell beim regelmäßigen Stammtisch (Termine siehe unten).

Die Themen, die wir bearbeiten und die uns beschäftigen sind zu einem großen Teil von den Tagesordnungen der Ausschuss- und Gemeinderatssitzungen bestimmt – aber bei weitem nicht nur. Was sind die großen und kleinen Gedanken, die wir uns zu unserer Stadt machen? Welche Utopien geistern in unseren Köpfen herum? Worüber diskutieren wir, wenn wir unter uns sind? Was freut, ärgert oder treibt uns um? Was begegnet uns außerhalb dessen, was gerade brandaktuell, entscheidungsrelevant oder kontrovers ist? Auch die Jungen Gerlinger sind in erster Linie Gerlingerinnen und Gerlinger. Wir gewähren Ihnen Einblick und fachsimpeln offen über das, was unsere Heimatstadt uns anbietet.

Neben Stellungnahmen zu Themen im Gemeinderat werden Sie in Zukunft in der unregelmäßigen Artikelreihe „Hinters Ortsschild geschaut“ einen tieferen Einblick in die Jungen Gerlinger  und ihre kleinen und großen Gedanken bekommen.

Wir hoffen auf Ihr Interesse 🙂

Die Jungen Gerlinger

 

Falls Sie uns beim Stammtisch besuchen möchten, können Sie das gerne tun. Sie finden uns am…
…17. Dezember ab 19.30 Uhr im Café Konfus.
…04. Februar ab 19.30 Uhr im Courage.
…04.März ab 19.30 Uhr im Café Konfus.

Übrigens: Auf facebook läuft derzeit unsere Adventskalender-Aktion mit vielen spannenden Infos zu den Jungen Gerlingern und unserer Arbeit im Gemeinderat – schauen Sie vorbei!

…ist in unserer Stadt eine Institution und nicht wegzudenken. Seit vielen Jahren leistet Frau Raible mit ihrem Team hervorragende Arbeit, scheut sich nicht, auch neue Wege zu beschreiten und bereichert Gerlingen damit. Daher war es für uns Junge Gerlinger keine Frage, dass dafür auch die richtigen Arbeitsbedingungen geschaffen werden müssen. Eine Sanierung des Stadtmuseums war bereits seit 2014 im Gespräch.  Obwohl andere Projekte weiter oben auf unserer Prioritätenliste standen (so viel Ehrlichkeit muss sein), erkannten wir die Notwendigkeit dieses Schrittes an. Zu Beginn  wurde darüber gesprochen „die Infrastruktur des Gebäudes auf den technisch neuesten Stand“ zu bringen, d.h. eine Sanierung der Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen. Ein Aufzug sollte zudem noch dafür sorgen, dass auch ältere Besucher das Museum barrierefrei erreichen können. Die Kosten dafür lagen bei ca. 400.000€. Durchaus keine kleine Summe, doch eine prägende Gerlinger Institution sollte diese Investition wert sein – das war auch unser Standpunkt.

Doch die Entwicklung des Projektes bis zum heutigen Tag erschreckt uns immer wieder aufs Neue. Statt einer Sanierung wurde plötzlich immer mehr vorgeschlagen – inzwischen sprechen wir über einen Neubau neben dem Museum, inklusive Unterkellerung und unterirdischem Durchgang zum alten Museumsgebäude. Kostenpunkt momentan: 1,5 Millionen Euro. Und das ohne eine Sanierung des eigentlichen Museums, ohne einen Aufzug am alten Gebäude, ohne Unterhaltungs- und Folgekosten. All das wird später noch zusätzliche Kosten verursachen.

Bei jeder Haushaltsplanberatung sprechen Gemeinderat und Stadtverwaltung gebetsmühlenartig davon, dass man vorausschauend wirtschaften müsse, die Umlagen würden wieder steigen, wie lang die Gewerbesteuersituation so erfreulich bleibe, sei ungewiss – die Problematik ist bekannt. Gerlingen muss sich von großen Prestigeobjekten verabschieden und auf dem Boden der Tatsachen bleiben – das ist immer wieder der Tenor.

Die schönsten Vorsätze helfen allerdings nicht, wenn man sie bei jedem verlockenden Großprojekt direkt wieder über Bord wirft. Ein Neubau verursacht nicht nur mit Planung und Bau hohe Kosten. Die Bewirtschaftung eines weiteren Gebäudes belastet die städtischen Finanzen für viele weitere Jahre.

Wie bereits erwähnt: Eine Sanierung des Museums ist überfällig und notwendig, weshalb wir unsere Stimmen gerne dafür gegeben hätten. Die stückweise Veränderung des Projekts bis zum jetzigen Zeitpunkt, zu dem wir über ein fast völlig anderes Projekt sprechen, ärgert uns allerdings maßlos. Gerlingen ist auf dem besten Weg, sich ein weiteres teures Prestigeobjekt nach dem vielkritisierten „Gerlinger Standard“ zu erschaffen. Planvolles Wirtschaften sieht anders aus.

Judith Stürmer

Nach der Ablehnung des ursprünglichen Vorschlages für erklärende Straßenunterschilder mit QR-Code an der Richthofen-, Immelmann-, Otto-Weddigen- und Boelckestraße, beantragten die Jungen Gerlinger in der Sitzung des Gemeinderates am 08.03.2017, über die folgenden Wortlaute abzustimmen:

  1. Manfred Freiherr von Richthofen 1892 – 1918
    Jagdflieger im I. Weltkrieg
    Straße 1937 so benannt:
    Sein Name wurde zur Kriegsvorbereitung instrumentalisiert.
  2. Max Immelmann 1890 – 1916
    Jagdflieger im I. Weltkrieg
    Straße 1937 so benannt:
    Sein Name wurde zur Kriegsvorbereitung instrumentalisiert.
  3. Otto von Weddigen 1882 – 1915
    U-Boot-Kommandant im I. Weltkrieg
    Straße 1937 so benannt:
    Sein Name wurde zur Kriegsvorbereitung instrumentalisiert.
  4. Oswald Boelcke 1891 – 1916
    Jagdflieger im I. Weltkrieg
    Straße 1937 so benannt:
    Sein Name wurde zur Kriegsvorbereitung instrumentalisiert.

 

Dieser Kompromissvorschlag entspricht weiterhin auch den Wünschen und Vorstellungen des Jugendgemeinderates.

 

Hinweis: Dieser Antrag wurde vom Gemeinderat angenommen und die entsprechenden Schilder installiert.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Brenner, sehr geehrte Frau Koch-Haßdenteufel, sehr geehrte Damen und Herren der Stadtverwaltung, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Anwesenden – liebe Teamkameraden,

der Haushaltsplan lässt auf eine sehr erfolgreiche Saison 2017 hoffen. Alle Beteiligten haben sich mit  Praxisworkshops, Finanzklausurtagung, Doping – Verzeihung – Doppik bestens vorbereitet, sodass der Spielplan für das nächste Jahr fest steht.

Die großen Projekte Realschule und neue Sporthalle sind wohl die markantesten Partien, die in naher Zukunft anstehen.

Gerade bei der Realschule wurden in der Konzeptionsphase intensive Gespräche mit allen Beteiligten geführt, sodass mittlerweile Eckfahnen die Planung dieses Großprojekts säumen. Es wird noch ein langer und anstrengender Kraftakt auf alle Beteiligten und vor allem auf die Schüler zukommen, denn auf insgesamt 3.224m2 sollen die neuen Anforderungen an moderne Lernkonzepte realisiert werden.

Eine weiterhin gewissenhafte und sinnvolle Planung steht bei uns nach wie vor an oberster Stelle. Ob die geplante Auswechslung der bestehenden Realschulturnhalle gegen die neue Mensa im Schulzentrum das Team voranbringt bleibt abzuwarten. Die Jungen Gerlinger wie auch viele Gerlinger Schüler stehen dem nachwievor sehr skeptisch gegenüber. Die finale Entscheidung steht noch aus.

Aber gemäß Spielplan muss zunächst eine neue Sporthalle mit Gymnastikraum im Breitwiesen gebaut werden, um Kompensation zu schaffen. Hier müssen noch einige Hürden genommen werden:
– Kann die Jakob-Blayer Straße den zu erwartenden Verkehr aufnehmen?
– Kann der Fußballbetrieb in der Bauphase sichergestellt werden?
– Ist für einen Ersatz der Kleinspielfelder gesorgt, und was kostet uns das?
Zudem ist es uns wichtig, dass alle Beteiligten in eine transparente Planung mit eingebunden werden.

Apropos Einbindung respektive Anbindung. Bei der Entscheidung Kreisverkehr Jakobstraße wurde eine Einwohnerinformation durchgeführt, allerdings erst nach einer Entscheidung des Technischen Ausschusses – diese steht nun wieder zur Diskussion.
Wir würden es begrüßen wenn es in Zukunft eine generelle und einheitliche Herangehensweise an derartige Projekte geben würde.
Je nach Umfang und Anzahl der Betroffenen sollte dies unserer Meinung nach klar geregelt sein um allen Beteiligten eine faire Chance zur Mitgestaltung zu bieten. Beratung im Ausschuss, Bürgerbeteiligung und erst danach eine Entscheidung durch das legitimierte Gremium sehen wir beispielsweise als logische Abfolge für Großprojekte an.

 

Insgesamt finden wir eine Stadtkasse vor, die für dieses Jahr und auch für die kommenden Jahre bestens aufgestellt ist. Jedoch sehen wir mit Blick auf drastisch steigende Umlagen und Abgaben, dass sich der Wind schon früher als angenommen drehen könnte. Hier ist also nach wie vor absolute Vorsicht geboten, um auch in den nächsten Jahren das Gerlinger Spitzenniveau halten zu können.

 

So ist zwar beispielsweise eine Sanierung des Stadtmuseums überfällig, der Planungsverlauf  und vor allem die scheibchenweise Steigerung der Projektkosten lassen uns jedoch aufhorchen. War zu Beginn der Planung nur die Sanierung der Büroräumlichkeiten und die Anbringung eines Aufzuges zur barrierefreien Begehung des 1. Museumsstockwerks die Rede (Kostenpunkt hierfür ca. eine halbe Million Euro), so steht zu unserer Verwunderung Stand heute – weit entfernt von Barrierfreiheit und der Sanierung des bestehenden Museumsgebäudes – ein Zusatzbau für insgesamt 1,6 Millionen Euro  zur Diskussion

 

Auch beim Friedhof wird das Geld zwar nicht im Boden versenkt, dafür aber oben drauf gelegt. Mit  der teuren Natursteinvariante zur Friedhofswegsanierung wurde auch hier ein Weg gewählt, der nicht nur einmal viel Geld kostet, sondern auch mittel- bis langfristig einiges an Kosten für Pflege und Unterhaltung nach sich ziehen wird.

 

Dass wir solche Projekte als Gemeinderat auch gemeinsam, sinnvoll und nachhaltig angehen können, zeigt das Beispiel des Kelterplatzes. Ein klares Signal wurde dafür in der letzten Saison gesendet, als sich das Gremium für eine Deckelung der Kosten des Platzes aussprach.
Eine solche Strategie würden wir uns auch bei weiteren Projekten wünschen.

 

Insgesamt sehen wir die Stadt als gut ausgerüstet und aufgestellt für die kommenden Aufgaben. Die Mannschaft der Verwaltung wurde in den letzten Jahren großflächig erweitert (die Kosten für die Städtischen Mitarbeiter lagen 2007 noch bei 9 Mio, heute bei knapp 14 Mio), sodass wir mit unseren momentanen Personalkosten schon fast ein kritisches Limit erreicht haben. Um zusätzliche Kosten für Stellenausschreibungen, die Einarbeitung neuer Mitarbeiter sowie den Verlust von Mitarbeitern an andere Gemeinden oder die Privatwirtschaft zu vermeiden, muss der Blick der nächsten Jahre vor allem auf die Bindung, Forderung und Förderung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegen und die Stadt so zu einem attraktiveren Arbeitgeber zu machen.

Die dem Gemeinderat vor 2 Wochen empfohlene Vergünstigung von VVS Jahrestickets für städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen wir daher als einen positiven Schritt in die richtige Richtung.

 

Alles in allem liegt uns heute ein Haushalt vor, der vermutlich in der Champions-League der Haushaltspläne gut aufgehoben wäre. Vor allem die vielen freiwilligen Leistungen in allen Bereichen, die auch dieses Jahr wieder finanziert werden können, wie das Gerlinger Hallenbad, der Stadtbuszuschuss oder die Unterstützung der Gerlinger Jugendarbeit, unterstreichen das ohne Frage.  Im Vergleich mit umliegenden Gemeinden hat der Rekordmeister wieder das geschafft, was allgemein erwartet wurde (aber nicht selbst verständlich ist) – ein ordentlicher Haushalt mit einer insgesamt stimmigen Planung und einer guten und stabilen Zukunftsvision. Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken.

 

Wir dürfen dabei nur nicht vergessen, dass unser Selbstverständnis nicht zu selbstverständlich wird.

 

Wir als Junge Gerlinger stimmen dem Antrag der Stadtverwaltung zu.