Im Frühjahr dieses Jahres stellte der Jugendgemeinderat zusammen mit der CDU-Fraktion einen Antrag auf Einrichtung eines Treffpunktes für Jugendliche. Hierüber berichteten wir bereits im Gerlinger Anzeiger am 05.April. Der angedachte Standort ist zwischen der Pump Tack Bahn und dem Autohaus Maier.

Am 08.10.2019 fand hierzu eine Anwohnerinformationsveranstaltung statt. Seitens der Stadtverwaltung wurde klargestellt, dass es noch keine konkreten Pläne gibt, vielmehr startete der Planungsprozess an diesem Tag mit den Anregungen der Anwohner und Gäste des Infoabends.

Die Antragsteller denken an einen aus Schallschutzgründen zum Autohaus Maier (und zur dahinterliegenden Wohnbebauung) geschlossenen und zur Pump Track Bahn geöffneten Pavillon, ausgestattet mit Sitzgelegenheiten für bis zu 15 Personen. In der genaueren Planung, d. h. Material, Größe, Gestaltung des Umfeldes (Mülleimer, Beleuchtung, Zugangswege), etc. sollen nun die Anmerkungen des Infoabends berücksichtigt werden.

Dass der Bedarf und langjährige Wunsch für einen zentrumsnahen Treffpunkt für Jugendliche besteht ging eindeutig aus der Umfrage im Zuge des integrierten Stadtentwicklungsprozesses (ISEK) hervor. Den angedachten Standort zwischen der Pump Tack Bahn und dem Autohaus Maier halten wir für geeignet, da einerseits während der Öffnungszeiten des Jugendhauses das Jugendhauspersonal einen Blick auf ihn hat; andererseits profitieren von einem überdachten Treffpunkt an dieser Stelle auch viele andere Bevölkerungsgruppen wie z. B. Eltern, die sich während ihre Kinder auf der Pumptrack Bahn Fahrrad fahren, über eine schattige Sitzgelegenheit freuen. Somit soll – und das ist sowohl den Antragstellern als auch uns wichtig – der neue Platz kein reiner Treffpunkt für Jugendliche, sondern einer für alle Gerlinger*innen sein.

Besonders erfreut uns an dem Treffpunkt, dass die Initiative vom Jugendgemeinderat kommt. Wir haben in Gerlingen sehr viele engagierte junge Menschen, worauf wir stolz sein können. Ein von Jugendlichen selbst mitgestalteter Platz erhöht die Sorgfalt im Umgang. Durch die frühe Zusammenarbeit von Anwohner*innen und Nutzer*innen sind wir optimistisch, dass eine rücksichtsvolle Nutzung des Platzes erfolgt.

Dass es leider immer wieder auch zu Fehlverhalten und Vandalismus eines kleinen Teiles der Bevölkerung (wohlgemerkt geht es hier nicht nur um die junge Bevölkerung) kommen wird, lässt sich durch einen solchen Treffpunkt für Jugendliche nicht verhindern. Der Treffpunkt wird diese Situation nicht verschlimmern – im besten Fall ergibt sich durch erhöhte soziale Kontrolle sogar eine Besserung.

Abschließend ist zu sagen, dass wir den Jugendgemeinderat in seinem Vorhaben bekräftigen und unterstützen. Es ist toll zu sehen, wie verantwortungsbewusst er bei seinen Planungen vorgeht und welche Initiative er an den Tag legt. Damit kommt er als Gremium, das die Interessen der Jugendlichen vertreten soll, in vorbildlicher Weise seinem Mandat nach.
Besonders erfreut waren wir auch über die Offenheit und konstruktiven Redebeiträge der Anwohner und Gäste des Informationsabends. Wir sollten uns häufiger begegnen, offen Argumente und Ansichten austauschen und gemeinsam daran arbeiten, unsere Stadt stetig zu verbessern – vielleicht ja schon kommenden Sommer, im dann entstandenen Treffpunkt?
Nachdem die Antragsteller und die Stadt nun in die konkreteren Planungen zur Gestaltung des Treffpunktes gehen, findet im Januar eine weitere Veranstaltung statt. So stellen wir uns gelungene Bürgerbeteiligung vor.

Manuel Reichert