Noch vor wenigen Monaten hätten wir die Umstände, unter denen wir gerade leben, sicher noch für eine abstruse Vorstellung gehalten. Ohne Frage ist es viel, was gerade von uns verlangt wird. Unsicherheit und Sorge sind häufig die Folge, was leider auch immer mehr abstrusen Verschwörungstheorien Zulauf bringt. Es wird intensiv debattiert, ob die ersten Öffnungen zu früh waren, mancherorts wird mangelnde Disziplin angemahnt. Es scheint, als sei eigentlich alles zum Thema Corona gesagt. Eine Sache, die uns Jungen Gerlingern im „Corona-Alltag“ aber häufig auffällt, kommt dabei zu kurz. Es ist eine Beobachtung, die wir alle täglich an der ein oder andern Stelle machen dürfen und zwar, dass vieles, sogar sehr vieles, schon gut gelingt! Die große Mehrheit der Menschen hält die Vorgaben ein und bemüht sich darum, dass Masken und Abstandsregelungen immer weniger befremdlich auf uns wirken. Hand- und Nieshygiene werden beachtet, gegenseitige Rücksichtnahme wird noch selbstverständlicher. Wir Menschen wenden den Blick meist dorthin, wo etwas schief geht oder Regeln nicht eingehalten werden. Das ist auch wichtig. Gerade in Krisenzeiten sollten wir es uns aber ab und zu erlauben, das Erreichte zu sehen. Wir finden: Da gibt es schon eine ganze Menge. Wenn Sie das nächste Mal mit der (vermutlich ungeliebten) Maske einkaufen gehen, dann lächeln Sie Ihre Mitmenschen einfach trotzdem freundlich an – das hat auch mit Maske Wirkung!

Für die Jungen Gerlinger
Judith Stürmer

Im Januar hörten wir es von Oberbürgermeister unserer Nachbarstadt: „Dagobert Duck verlässt den Geldspeicher“. Gemeint war damit unser scheidender Schultes Herr Brenner.

Kaum war Dagobert fort, zog der neue Hüter der Reichtümer, gewählt von den Bürgern der Stadt, in den Geldspeicher ein – „Dirkobert Oestringer“, der neue Talermeister.

Nachdem alle Mitarbeiter*innen im Geldspeicher mit Berlinern begrüßt wurden, ist es Zeit für das berühmte Bad in den Talern. Auf dem Weg dorthin wird der Talermeister von der Geldspeicher-erfahrenen Frau Koch-Haßdenteufel und Goldbarren-Hüter Herr Kern aufgehalten und gewarnt: Sinkender Pegelstand!

Damit spielen die beiden unter anderem auf die Panzerknacker an, die wie jedes Jahr versuchen, an den Reichtum aus dem Geldspeicher zu kommen. Dieses Mal geschieht das sogar ganz legal, das Geld wird einfach in Form von Kreis- und FAG-Umlage abgezapft.

Doch das ist nicht alles: Insgesamt 50 Millionen € an Zahlungsmitteln gehen im Jahr 2020 verloren. Wird weiter so gewirtschaftet wie geplant, so stehen zum Jahresende nur noch 26 Millionen € fürs Talerbad zur Verfügung. Die mittelfristige Planung zeigt außerdem: Ende 2023 reduziert sich der Pegelstand auf nur noch acht Millionen! Sollten Einnahmen wegfallen droht gähnende Leere im Geldspeicher – die Austrocknung! Doch noch reicht es –hinein ins Talerbad!

Der Pegelstand ist Erschreckend genug – doch dann wir dem neuen Talermeister klar: In den aktuellen Berechnungen sind viele Notwendigkeiten und Wünsche noch gar nicht berücksichtigt:

Seine Großneffen Tick, Trick und Track freuen sich besonders über die neue Turnhalle und das eingestellte Geld für die Roten Plätze im Breitwiesen. Gleichzeitig wünschen sie sich aber schon seit Jahren ein neues Jugendhaus, in dem sie ihre Freizeit verbringen können.

Geschichtsinteressierte Bürger*innen warten darauf, dass das Hauptgebäude des Stadtmuseums endlich barrierefrei und modern (statt nur erweitert) wird.

Daisy und Donald Duck fragen immer wieder ungeduldig nach, wann über die Zukunft des Alten Rathauses entschieden wird und wann sie endlich einen romantischen Abend in der dort untergebrachten Gastronomie verbringen können.  Dabei haben die beiden einen guten Blick auf das Hirsch-Areal, das wegen seiner zentralen Lage behutsam aber ansprechend weiterentwickelt werden will.

Auch Feuerwehr und DRK wünschen sich, dass es nicht nur bei der eingestellten Planungsrate für die gemeinsame Weiterentwicklung bleibt.

Sollte die Stadt irgendwann die 20.000 EW-Marke knacken und zur Großen Kreisstadt werden muss außerdem die Frage gestellt werden, ob noch alle Mitarbeiter*innen einen Platz finden, oder ob der Geldspeicher eine Erweiterung benötigt.

Bleibt im Geldspeicher also bald nur noch der Glückszehner, der erste verdiente Taler übrig?  Der Talermeister braucht frische Luft und macht sich zu einem Spaziergang durch Gerlingen auf. Seine Laune hebt sich wieder, als er an der Baustelle der Realschule vorbeikommt, wo es gut voran geht und viele Millionen zukunftsorientiert investiert wurden. Vor Ort träumt der Talermeister sogar ein wenig vom Gerlinger Bürgerpark aus dem ISEK, der sich vom Rathaus bis hin zur Brückentorhalle erstreckt – aber wird es überhaupt möglich sein, dies zeitnah anzugehen oder haben andere Themen Vorrang?

Auf dem weiteren Weg fällt ihm die große Zahl geparkter Autos in der Stadt auf. Gibt es denn nicht genug Garagen? Schnell zurück in den Geldspeicher, dort erhält er die Information: An Garagen mangelt es nicht und diese werden auch bestimmungsgemäß als Abstellmöglichkeit genutzt – häufig nur leider nicht für das Kraftfahrzeug, sondern für viele andere Dinge. Da kommt der Talermeister eine Idee: In den Unterlagen seines Vorgängers hatte er doch etwas dazu gelesen – rasch durchsucht er seine Dokumente. Und tatsächlich, er findet einen Antrag der Fraktion der Jungen Gerlinger aus dem Jahr 2018 – Machbarkeitsuntersuchung für ein Parkraummanagement! Das sollte Abhilfe schaffen! „Das würde sich doch bestimmt gut in meinem Programm fürs erste Amtsjahr machen!“, denkt der Talermeister.

Sein Rundgang durch den Geldspeicher und die Stadt haben dem Talermeister vieles klar gemacht. Er ruft seine Mitarbeiter*innen und Stadträt*innen zusammen und macht klar: Wenn das Geld weiter so rasch schwindet, ist das Talerbad in Gefahr! Soweit darf es nicht kommen. Die Fraktion der Jungen Gerlinger ist auch zur Besprechung erschienen und trägt ihre Gedanken vor:

  • Auch wenn dabei in letzten Jahren schon Fortschritte gemacht wurden, müssen Investitionen und ihre Folgekosten noch genauer überprüft und abgewogen werden.
  • Die ISEK-Maßnahmen sollten detailliert priorisiert werden
  • die Kosten für einzelne Maßnahmen (wie z.B. den Jakobsplatz) sollten wir frühzeitig deckeln
  • und den kostenintensiven Standard vor Ort skeptisch unter die Lupe nehmen, v.a. bei neuen Projekten.

Nach der Besprechung will der Talermeister gerade wieder losgehen um neue Geldquellen aufzutun, da kommt die Nachricht vom Gesundheitsministerium – leider muss er im Geldspeicher bleiben: Ansteckungsgefahr, wegen Corona. Neben der zunehmend angespannten Finanzlage also noch eine weitere Herausforderung.

Wir wünschen

  • Herrn Oestringer und seiner gesamten Mannschaft dabei stets das glückliche Händchen von Gustav Gans;
  • und dem Gemeinderat einen verantwortungsvollen Umgang mit den schwindenden Mitteln im Geldspeicher.

Dem Haushaltsplan für das Jahr 2020 stimmt die Fraktion der Jungen Gerlinger zu.

 

Die Stadt Gerlingen hat am heutigen Sonntag, 15.03.2020, verschiedene Informationen zum Vorgehen bzgl. der Verbreitung des Corona-Virus veröffentlicht.

Hier finden Sie zum Nachlesen:

Auf www.gerlingen.de wird zudem aktuell informiert.

Bleiben Sie gesund und stehen Sie zusammen!

…hat uns Junge Gerlinger und auch den Technischen Ausschuss diese Woche intensiv beschäftigt. Die Geschichte des Kreisverkehrs am Träuble ist so lang wie bekannt. Schlussendlich wissen wir: Die Entscheidung wurde uns abgenommen, die Jakobstraße wird nicht angebunden. Nun gilt es also den Blick nach vorne zu richten: An dieser Stelle kann ein Platz entstehen, der die Innenstadt und das angrenzende Wohngebiet stark aufwertet. Unter dem Arbeitstitel „Jakobsplatz“ gab es nun erste zarte Ideen, wie dieser aussehen könnte. Wir Junge Gerlinger haben unseren Samstagnachmittag auf dem zukünftigen Platz verbracht und versucht uns auszumalen, was entstehen könnte. Besonders großzügig können wir auf der begrenzten Fläche nicht planen – aber auch kleine, feine Plätze können großen Charme haben. Mit vielen Gedanken und Fragen saßen wir also am Montag im TA.

Über manche Fragen bestand im Gremium Einigkeit: Die Kastanie am Alten Schulhaus soll bleiben, und mehr als zwei Stellplätze können wir zwischen Platz und Jakobstraße nicht verantworten, wenn uns die Aufenthaltsqualität am Herzen liegt.

Über andere Punkte wurde trefflich diskutiert: Wie viele Bäume welcher Art sollen dort stehen, um Schatten zu spenden? Nur zwei oder drei? Oder doch ein kleines Wäldchen aus neun Platanen, die ein nahezu geschlossenes Dach bilden? Soll ein Fontänenfeld zur Abkühlung und als großer Spaß für kleine Besucher*innen geschaffen werden, wollen wir einen Brunnen oder überhaupt kein Wasser auf dem Platz?

Wir Junge Gerlinger haben nach den bisherigen Gesprächen durchaus favorisierte Vorschläge – doch es kommt nicht nur auf unsere Meinung dazu an! Die weiteren Planungen müssen und werden selbstverständlich in Abstimmung mit den angrenzenden Institutionen sowie Anwohner*innen und interessierten Bürger*innen stattfinden. Wir freuen uns auf die kommenden Gespräche, neue Blickwinkel und Ihre Gedanken!

Für die Jungen Gerlinger
Judith Stürmer

Die Jungen Gerlinger testen vor Ort die Platzqualitäten…

Oft sind es die kleinen Dinge im Alltag, die uns Freude bringen – oder aber uns aufregen. Im Breitwiesen gibt es dafür ein Beispiel: eine kleine Sache, die zahlreiche Gerlinger*innen Tag für Tag Nerven kostet. Es ist die Ampel, die über die Breitwiesenstraße führt, von der RegioRad Station zur U-Bahn-Haltestelle in Fahrtrichtung Stuttgart. Tag für Tag überqueren hier zahlreiche Menschen die Straße, viele auf dem Weg zur Bahn, aber auch Grundschüler*innen auf dem Weg zur Breitwiesenschule. So sammeln sich die unterschiedlichsten Menschen an dieser Ampel um gemeinsam zu warten, bis man sicher die Straße überqueren kann – und das kann dauern. Denn in der Regel wartet man mehrere Minuten und hat nur allzu viel Gelegenheit, das rote Ampelmännchen bis ins kleinste Detail zu studieren.

Mit Sicherheit gibt es mehrere schlechte Ampelschaltungen in Gerlingen, wieso interessiert uns diese also besonders? Blicken wir zurück:

2015: Die Jungen Gerlinger fragen erstmals bei der Stadt an, ob die Ampelschaltung angepasst werden kann, da wir die Verkehrssituation für gefährlich halten. Ich erinnere mich an meine eigene Schulzeit zurück: Über Rot gehen war eigentlich Tabu – an dieser Ampel machten wir aber häufig schon als junge Schüler*innen eine Ausnahme, weil sie „ja eh nie grün wird.“ Heute ist eher zu beobachten, dass einzelne Schulkinder die Straße weiter oben überqueren, was aber ebenfalls unnötig gefährlich ist.

2017: Fußverkehrscheck im Breitwiesen. Mehrere Bürger*innen sprechen die Ampelschaltung an und bitten um rasche Umstellung. In der Dokumentation wird auf S.43 festgehalten: „[…] wird offensichtlich, dass an der Lichtsignalanlage die Fußgänger sehr lange warten müssen, was bei der Querung einer relativ schmalen Fahrbahn zur Nichtbeachtung der Lichtzeichen führt.“ Einige beschreiben ihr morgendliches Dilemma: Man macht sich rechtzeitig zur Bahn auf, steht mit einigen Kindern an der Ampel und wartet mal wieder minutenlang. Dann sieht man die Bahn herannahen und steht vor der Wahl, als schlechtes Vorbild über die Straße zu rennen oder die Bahn zu verpassen. Eine „Verlängerung der Phase für Zufußgehende über die Breitwiesenstraße“ wird als besonderer Handlungsbedarf festgestellt (S.16).

Juni 2018: Stadtteilspaziergang im Gehenbühl zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Auch hier wird von Bürger*innen auf die schlechte Ampelschaltung hingewiesen. Tatsächlich schafft es die Maßnahme sogar ins ISEK: Auf S.132 ist zu lesen „Grünphasen für Fußgänger verlängern, z.B. bei Breitwiesenhaltestelle.“

April 2019: Das ISEK wird vom Gemeinderat verabschiedet. In unserer Rede betonen wir unter anderem: „Und auch sonst sollten wir die scheinbar kleinen Maßnahmen nicht vernachlässigen. Gerade diese sind es, die den Bürgerinnen und Bürgern in ihrem Alltag positiv auffallen und ihnen zeigen: Das ISEK lebt und zeigt Wirkung.“

Nach fünf Jahren stehen wir (wortwörtlich) immer noch an der selben Stelle. Natürlich gibt es dafür Gründe: Die Stadtverwaltung ist bestens ausgelastet, insbesondere im Baubereich. Turnhallen wollen gebaut, die Realschule saniert werden und irgendwo zeigt sich immer unerwartet dringlicher Handlungsbedarf. Zudem kann man nicht einfach mit einem Griff an die Zeitschaltuhr die Grünphase für Fußgänger verlängern. Hier geht es um eine komplexe Kreuzungssituation mit mehreren Auto- und Fußgängerampeln und die Bahn ist auch noch mit von der Partie. Andererseits könnte hier mit vergleichsweise geringem Aufwand ein Umstand behoben werden, der offensichtlich schon lange zahlreiche Bürger*innen täglich verärgert und zudem Gefahren birgt.

Auch für solche kleinen Themen muss in der „großen Stadtpolitik“ Platz sein. Die Stadt Gerlingen hat hier die Chance, für viele Bürger*innen aus einem täglichen Ärgernis eine kleine Freude zu machen. Vielleicht klappt’s ja 2020 endlich – wir bleiben dran.

Für die Jungen Gerlinger
Judith Stürmer

Diesen Mittwoch leitete Georg Brenner seine letzte Gemeinderatssitzung, womit auch wir Stadträte endgültig Abschied von unserem Bürgermeister nehmen müssen.
In die 20-jährige Amtszeit Georg Brenners fällt auch die Gründung der Jungen Gerlinger sowie deren Anwachsen von nur einem Sitz im Gremium zur Fraktionsstärke und darüber hinaus.
Als wir vor 11 Jahren als „Neulinge“ begrüßt wurden, bedurfte es noch einige Zeit des „Beschnupperns“, aber Bürgermeister Brenner begegnete uns von Beginn an mit großer Offenheit, Respekt und zeigte uns, dass wir nun vollwertige Mitglieder des Gremiums waren. Es schien ihm immer Freude zu bereiten, neue Gesichter im Gremium zu sehen und die Menschen dahinter kennenzulernen. Für das warme Willkommen und den immer freundschaftlichen und offenen Umgang sind wir sehr dankbar.
Die letzten zwanzig Jahre werden bereits jetzt als „Ära Brenner“ bezeichnet – es sind große Fußstapfen, die unser Bürgermeister hinterlässt. Besonders riesig sind sie in unseren Augen in einem Aspekt, der unseren scheidenden Bürgermeister auszeichnet, wie kaum etwas anderes: Das Handeln von Georg Brenner beruhte und beruht stets auf einem zutiefst gefestigten Wertegerüst, dessen Basis Demokratie, Toleranz und der Glaube an ein geeintes, friedliches Europa bilden. Dieses Fundament war in allen Diskussionen und Entscheidungen spürbar und machte ihn zu einem integren Bürgermeister und zu einem Vorbild.
Wir danken Georg Brenner für seinen Einsatz für Gerlingen, wünschen ihm einen gesunden, entspannten und schönen Ruhestand und freuen uns darüber, ihm weiterhin in Gerlingen zu begegnen!

Nino Niechziol, ehem. Fraktionsvorsitzender
Judith Stürmer, Fraktionsvorsitzende

Wir Junge Gerlinger arbeiten intern in thematischen Ressorts. Das ist für viele sicherlich keine Neuigkeit – falls doch, gibt es auf www.junge-gerlinger.de einen Überblick für alle Interessierten!
Grundsätzlich ist es eine wichtige Aufgabe der Ressorts, die Themen, die auf der Tagesordnung des zugehörigen Ausschusses stehen, vorzubereiten. Aber „nur“ auf Tagesordnungen zu reagieren ist zu wenig – wir wollen mehr! Auf der internen JG-Klausur im November wurde eine neue Arbeitsweise für die Ressorts ausgearbeitet, die das Ressort „Bauen und Umwelt“ sogleich mit Leben füllte. Hier ein Bericht aus der letzten Sitzung:

Nach der Begrüßung durch unsere Ressortleiter Philipp und Nino blickte Judith kurz auf die vergangene Ressortsitzung zurück: welche Fragen waren dort aufgekommen und war es uns gelungen, alle zu klären?
Daraufhin starteten wir mit der Tagesordnung der anstehenden Sitzung des Technischen Ausschusses. Philipp und Nino moderierten, als Mitglied des Technischen Ausschusses ergänzte Judith inhaltlich, wo nötig. Fragen und Anmerkungen zu den Tagesordnungspunkten wurden gesammelt, diskutiert und notiert.
Anschließend bastelten wir an unserem aktuellen Ressortthema: Plätze in Gerlingen. Welche Plätze gibt es? Welche Qualitäten und Mängel haben sie? Welche gefallen uns gut und warum? Was macht andere Plätze für uns unattraktiv? Zwei unserer Ressortmitglieder, Marina und Robert, erklärten sich bereit, bis zur nächsten Sitzung im Februar eine detaillierte Zusammenstellung vorzubereiten, auf deren Basis wir weiterarbeiten werden.

Zum Abschluss hatten David und Nino noch ein spannendes Thema für uns vorbereitet: den Mietendeckel. Als Grundlage fassten die beiden alle wichtigen Hintergrundinformationen zum Mietendeckel und seiner Funktion zusammen. Anschließend nahmen sie die Pro- bzw. Kontraposition ein und begannen eine intensive Diskussion. Nach und nach stiegen immer Teilnehmer*innen ins Gespräch ein, so dass es noch ein langer Abend wurde…

Der 2014 gefasste Beschluss, gemeinsam in Ressorts zu arbeiten, erweist sich nach wie vor als goldrichtig. Stillstand und Junge Gerlinger, das passt aber nicht zusammen. Deshalb war es eine gute Entscheidung, zum Jahresende 2019 neuen Schwung in unsere Arbeit zu bringen. Wer auch Lust auf lebendige Kommunalpolitik hat, kann sich jederzeit gerne über unsere Homepage, facebook oder Instagram bei uns melden 🙂

Was wird denn da gemalt und geschrieben? Fleißig wie wir sind, haben wir gestern mal wieder einen vollen Arbeitstag gehabt!

Vormittags ging es intern in Kleingruppen los und die Köpfe rauchten…Jugendhaus, Wohnen in WGs, interne Organisation, nichts war sicher oder blieb unhinterfragt.

Nachmittags bekamen wir dann Besuch. Zwei der Kandidat*innen für die Bürgermeisterwahl, Dirk Oestringer – Bürgermeister für Gerlingen sowie Martina Koch-Haßdenteufel, waren im Vorfeld auf uns zugekommen und hatten um einen Termin gebeten. Diesem Wunsch kamen wir gerne nach und verbrachten einen spannenden Nachmittag. Bei einer Vorstellung der kreativen Art lernten wir die beiden besser kennen und kamen in einen regen Austausch.

Ein rundum erfolgreicher Tag, der uns sicherlich weit über den Jahreswechsel hinaus Schwung geben wird 🙂

Im Frühjahr dieses Jahres stellte der Jugendgemeinderat zusammen mit der CDU-Fraktion einen Antrag auf Einrichtung eines Treffpunktes für Jugendliche. Hierüber berichteten wir bereits im Gerlinger Anzeiger am 05.April. Der angedachte Standort ist zwischen der Pump Tack Bahn und dem Autohaus Maier.

Am 08.10.2019 fand hierzu eine Anwohnerinformationsveranstaltung statt. Seitens der Stadtverwaltung wurde klargestellt, dass es noch keine konkreten Pläne gibt, vielmehr startete der Planungsprozess an diesem Tag mit den Anregungen der Anwohner und Gäste des Infoabends.

Die Antragsteller denken an einen aus Schallschutzgründen zum Autohaus Maier (und zur dahinterliegenden Wohnbebauung) geschlossenen und zur Pump Track Bahn geöffneten Pavillon, ausgestattet mit Sitzgelegenheiten für bis zu 15 Personen. In der genaueren Planung, d. h. Material, Größe, Gestaltung des Umfeldes (Mülleimer, Beleuchtung, Zugangswege), etc. sollen nun die Anmerkungen des Infoabends berücksichtigt werden.

Dass der Bedarf und langjährige Wunsch für einen zentrumsnahen Treffpunkt für Jugendliche besteht ging eindeutig aus der Umfrage im Zuge des integrierten Stadtentwicklungsprozesses (ISEK) hervor. Den angedachten Standort zwischen der Pump Tack Bahn und dem Autohaus Maier halten wir für geeignet, da einerseits während der Öffnungszeiten des Jugendhauses das Jugendhauspersonal einen Blick auf ihn hat; andererseits profitieren von einem überdachten Treffpunkt an dieser Stelle auch viele andere Bevölkerungsgruppen wie z. B. Eltern, die sich während ihre Kinder auf der Pumptrack Bahn Fahrrad fahren, über eine schattige Sitzgelegenheit freuen. Somit soll – und das ist sowohl den Antragstellern als auch uns wichtig – der neue Platz kein reiner Treffpunkt für Jugendliche, sondern einer für alle Gerlinger*innen sein.

Besonders erfreut uns an dem Treffpunkt, dass die Initiative vom Jugendgemeinderat kommt. Wir haben in Gerlingen sehr viele engagierte junge Menschen, worauf wir stolz sein können. Ein von Jugendlichen selbst mitgestalteter Platz erhöht die Sorgfalt im Umgang. Durch die frühe Zusammenarbeit von Anwohner*innen und Nutzer*innen sind wir optimistisch, dass eine rücksichtsvolle Nutzung des Platzes erfolgt.

Dass es leider immer wieder auch zu Fehlverhalten und Vandalismus eines kleinen Teiles der Bevölkerung (wohlgemerkt geht es hier nicht nur um die junge Bevölkerung) kommen wird, lässt sich durch einen solchen Treffpunkt für Jugendliche nicht verhindern. Der Treffpunkt wird diese Situation nicht verschlimmern – im besten Fall ergibt sich durch erhöhte soziale Kontrolle sogar eine Besserung.

Abschließend ist zu sagen, dass wir den Jugendgemeinderat in seinem Vorhaben bekräftigen und unterstützen. Es ist toll zu sehen, wie verantwortungsbewusst er bei seinen Planungen vorgeht und welche Initiative er an den Tag legt. Damit kommt er als Gremium, das die Interessen der Jugendlichen vertreten soll, in vorbildlicher Weise seinem Mandat nach.
Besonders erfreut waren wir auch über die Offenheit und konstruktiven Redebeiträge der Anwohner und Gäste des Informationsabends. Wir sollten uns häufiger begegnen, offen Argumente und Ansichten austauschen und gemeinsam daran arbeiten, unsere Stadt stetig zu verbessern – vielleicht ja schon kommenden Sommer, im dann entstandenen Treffpunkt?
Nachdem die Antragsteller und die Stadt nun in die konkreteren Planungen zur Gestaltung des Treffpunktes gehen, findet im Januar eine weitere Veranstaltung statt. So stellen wir uns gelungene Bürgerbeteiligung vor.

Manuel Reichert

Fast die Hälfte Gerlingens besteht aus Wald. Hier finden Sie eine Karte von „Forst BW“ des Landkreises Ludwigsburg mit spannenden Informationen rund um den Gerlinger Wald und seine Beschaffenheit.

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