Seit fast zwei Jahren veröffentlichen wir unseren kommunalpolitischen Podcast KomPod. In diesem Format führt Altstadtrat Nino Niechziol mit einem oder mehreren Gästen auf unterhaltsame und informative Weise durch aktuelle Themen und gibt obendrein auch allgemeine Einblicke in die Kommunalpolitik. Ende Juli 2022 haben wir die erste Staffel mit Folge 9 abgeschlossen. Alle Folgen sind stets in drei Rubriken eingeteilt:

  1. In unserem schönen Gerlingen, was ist da eigentlich gerade so los?
  2. Unsere Gemeinderäte erklären: Wie funktioniert eigentlich Kommunalpolitik?
  3. Auf den Zahn gefühlt: Eure Fragen an uns.

In der ersten Staffel ging es um folgende Themen:

  • E01: Kennenlernen der Protagonist×innen und Vorstellung des Podcasts
  • E02: Nino Niechziol und Judith Stürmer sind im Gespräch mit Bürgermeister Dirk Oestringer und klären die Frage, welche Arten der kommunalpolitischen Mitgestaltung es gibt.
  • E03: Manuel Reichert erläutert die Verteilung von Zuständigkeiten in der Kommunalpolitik.
  • E04: Lukas Kuntz stellt die Gerlinger Vereinslandschaft vor.
  • E05: Dennis Uhl blickt zurück auf ein Jahr Arbeit während der Corona-Pandemie und wie sich die Arbeit der Jungen Gerlinger, des Gemeinderats und der Stadtverwaltung seitdem verändert hat.
  • E06: Judith Stürmer zeichnet den langen Weg des Neubaugebiets Bruhweg II nach – von den ersten Ideen vor vielen Jahren bis zur Erschließung, die noch vor uns liegt.
  • E07: Manuel Reichert führt kompetent und nachvollziehbar durch das Zahlen-Wirrwarr, das ein städtischer Haushaltsplan für viele Laien auf den ersten Blick darstellt.
  • E08: Nino Niechziol und Judith Stürmer treffen erneut einen Bürgermeister: Dieses Mal ist Georg Brenner unser Gast und berichtet u.a. von der sogenannten „klassischen Verwaltungskarriere“.
  • E09: Wie zum Beginn der Staffel ist die gesamte Fraktion zu Gast und erklärt, was eigentlich ein Antrag ist und wie unser gemeinsamer Antrag auf einkommensgestaffelte Betreuungsgebühren mit B90/Die Grünen, SPD und FDP genau aussieht.

Nutzen Sie die Sommerzeit, um die Folgen zu hören und uns ggf. Rückmeldung dazu zu geben. Wir freuen uns darüber, ebenso wie über Themenvorschläge oder Wunschgäste!

Ihre Jungen Gerlinger

In seiner Juli-Sitzung verabschiedete der Gemeinderat mehrheitlich die übergeordneten Ziele, die wir mit unserem Mobilitätskonzept erreichen wollen. Für uns Junge Gerlinger ist dieser Beschluss derzeit noch mit gemischten Gefühlen verbunden, was sich auch in unserem Abstimmungsverhalten an diesem Abend ausgedrückt hat.

Kurz gesagt haben wir uns auf ein „zentrales Wirkungsziel“ sowie fünf Ziele für die fünf Arten der Basismobilität geeinigt (die detaillierte Vorlage kann im Bürgerinfoportal unter „GR-Sitzung am 19.07“ nachgelesen werden). Die fünf Ziele sind recht offen und allgemein formuliert. Ehrlicherweise findet sich darunter wohl kaum etwas, woran irgendjemand Anstoß nehmen könnte – denn wer ist schon gegen „Design für alle“ beim Fußverkehr, das Denken des Radverkehrs als System, die Stärkung des ÖPNVs, Optimierung des Autoverkehrs oder die Vernetzung von Verkehrsträgern? Mich stört viel mehr das, was es nicht in die Ziele geschafft hat: die unangenehme Wahrheit, dass wir den fließenden und insbesondere den ruhenden PKW-Verkehr massiv reduzieren müssen. Der Grund dafür ist simpel: Wir haben in Deutschland Jahrzehnte der autogerechten Stadtplanung hinter uns, in denen der Straßenraum stets zugunsten des Automobils und zulasten anderer Mobilitätsarten aufgeteilt wurde. Studien belegen deutlich: Wer autogerecht plant, erzeugt auch mehr Autoverkehr. Wir müssen zukünftig also einen anderen Weg einschlagen, wenn wir es ernst meinen mit unseren Zielen. Eine Stärkung der übrigen Verkehrsteilnehmer bedeutet zwangsläufig eine Schwächung (wenn auch sicherlich kein Verschwinden) des Automobils.

Nur teilweise Zustimmung hat von unserer Fraktion auch das definierte übergeordnete Wirkungsziel erhalten: Der Anteil der Wege, die mit dem Umweltverbund (Fußverkehr, ÖPNV, Rad) zurückgelegt werden soll von 52% (2021) auf 60-65% im Jahr 2035 steigen. Daran gibt es erstmal ebenfalls nichts zu beanstanden – allerdings traue ich den Gerlinger·innen mehr zu.

Das gesetzte Ziel strahlt den Geist von „Lieber setzen wir uns ein kleineres Ziel, das wir auch ganz sicher erreichen“ aus. In meinen Augen sprechen zwei Gründe dafür, sich ein ambitionierteres Ziel zu setzen:

  • Wer sich große Ziele setzt, ist automatisch gezwungen den Weg dorthin genauer zu durchdenken und Indikatoren auszuwählen, mit denen der Fortschritt zu verschiedenen Zeitpunkten beurteilt werden kann. Das stellt sicher, dass man am Ball bleibt und eine Kurskorrektur vornimmt, wo es notwendig ist.
  • Um große Ziele zu erreichen, müssen sich mehr Personen beteiligen. Das gilt sowohl innerhalb der Verwaltung (z.B. wird mehr interdisziplinäre und ämterübergreifende Zusammenarbeit notwendig) als auch über das Rathaus hinaus in die Bürgerschaft hinein. Der/die Einzelne ist motivierter, seinen/ihren Teil beizutragen, wenn klar kommuniziert wird, dass ein ambitioniertes Ziel nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung erreicht werden kann.

Auch nach fast zwei Wochen weiß ich daher noch nicht so recht, was ich von unserem Zielkonzept halte. Einen Großteil dessen was dort steht, teile ich sicherlich. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass wir uns derzeit noch auf dem Weg des kleinsten gemeinsamen Nenners befinden.

Der nächste Schritt ist nun, Maßnahmen auszuwählen, mit denen wir die genannten Ziele erreichen wollen. Spätestens dabei wird es dann (hoffentlich) konkret und mit Sicherheit steht uns dabei die eine oder andere hitzige Debatte bevor. Darauf setzen wir unsere Hoffnungen – wir werden gespannt und motiviert mit dabei sein. Womöglich steht am Ende das seit 2018 von uns geforderte Anwohnerparken mit Parkraummanagement auf der Maßnahmenliste? Man wird ja wohl noch träumen dürfen… 😉

Für die Jungen Gerlinger
Judith Stürmer

Im letzten Forstausschuss sowie im Finanz- und Verwaltungsausschuss am 06.07. stand das Thema „Mountainbiking im Gerlinger Wald“ auf der Tagesordnung. Zu einigen Punkten bestand weitestgehend Einigkeit in der Verwaltung sowie dem Gemeinderat:

  • Das Sporttreiben im Stadtwald, zu Fuß oder mit dem Rad, ist ein verständliches und berechtigtes Anliegen. Wichtig ist dabei die Rücksichtnahme – sowohl auf andere Waldbesucher·innen, als auch auf die Natur.
  • Die Stadt muss so gut wie möglich sicherstellen, dass sie nicht für Unfälle o.Ä. in Haftung genommen wird. Aus diesem Grund muss die Stadt auch größere Schanzen und andere Hindernisse regelmäßig abbauen.
  • Egal auf welche Schritte sich Stadt und Gemeinderat einigen: Der Glaube, dass durch das Schaffen legaler Alternativen jegliches illegale Fahren eingestellt wird, ist illusorisch.

2020 begab sich die Stadt Gerlingen auf den Weg, um gemeinsam mit Vertreter·innen der Mountainbike (MTB)-Szene einen legalen Trail im Gerlinger Wald zu schaffen. Zumindest uns Junge Gerlinger haben zu diesem Prozess positive Rückmeldungen aus verschiedenen Richtungen erreicht.

Im Forstausschuss Ende Juni dann der (für uns) überraschende Vorschlag, den Weg zu einem legalen Trail aufzugeben. Stattdessen sollen die Planungen für eine Dirtbahn beginnen, um den Fahrer·innen, die Wert auf größere Hindernisse und Sprünge legen, eine Alternative anzubieten. Für eine solche Bahn spricht zum einen, dass hoffentlich zumindest ein Teil der Fahrer·innen diese Alternative nutzt, statt illegale Trails zu befahren. Zum anderen haben diejenigen, die im Wald auf die Einhaltung der Regeln achten müssen so die Möglichkeit, auf diese legale Option hinzuweisen, statt „nur“ das Fahren zu verbieten.

Wir sind gerne bereit, uns über die Möglichkeiten, die sich durch eine solche Bahn bieten, zu informieren und abzuwägen, ob das eine geeignete Lösung wäre. Unverständlich ist für uns jedoch, dass der bereits eingeschlagene Weg zu einer legalen Strecke nun einfach aufgegeben wird. Die zwei o.g. Argumente für eine Dirtbahn können in gleicher Weise auch für einen legalen Trail angeführt werden. Leider hat der FVA sich mehrheitlich entschieden, den Vorschlag der Verwaltung zu folgen.

Wir bedauern, dass durch dieses Vorgehen Hoffnungen in der MTB-Community geweckt wurden, die nun enttäuscht werden und sehen in dieser Entscheidung eine verpasste Chance für die Stadt und alle Waldnutzer·innen.

Loslassen wird uns das Thema Mountainbiking jedoch nicht – und das nicht nur wegen der Dirtbahn. Die sogenannte 2m-Regelung im Landeswaldgesetz, die das Radfahren im Wald auf Wegen unter 2m Breite verbietet, ist derzeit umstritten. Sollte die Regel gekippt werden, wird es unumgänglich sein, wieder in den Kontakt zu den Mountainbiker·innen zu treten, um gemeinsam verträgliche Lösungen für alle zu finden.

 

Für die Fraktion der Jungen Gerlinger
Judith Stürmer

Besuch unserer freundschaftlich verbundenen Stadt Gefell

Vorletztes Wochenende besuchte eine Delegation aus Stadtverwaltung und Gemeinderat unsere freundschaftlich verbundene Stadt Gefell in Thüringen. Von uns mit dabei waren Judith und Manuel.

Judith und Manuel vor der Abfahrt nach Gefell

Nach einem Empfang durch den Gefeller Bürgermeister, den Beigeordneten und Vertreter des Gefeller Gemeinderates bot sich bei Gegrilltem die Gelegenheit zu einem ausführlichen interkommunalen Austausch mit zahlreichen Gesprächen. Aus erster Hand wurde uns von unseren Gefeller Freunden eindrucksvoll berichtet, was es bedeutete, in einer DDR-Grenzstadt zur Bundesrepublik zu leben. Außerdem auf dem Programm stand die Besichtigung des deutsch-deutschen Grenzmuseums in Mödlareuth. Wir betrachteten die Mauer und Grenzschutzanlagen zwischen der ehemaligen DDR und Bundesrepublik Deutschland. Ein Dorf, Familien, Nachbarn und Freunde, über ein Vierteljahrhundert geteilt durch eine tödliche und unüberwindbare Mauer. So etwas darf es nie wieder geben!

Für die Fraktion der Jungen Gerlinger

Manuel Reichert

Herzlich Willkommen beim Haushaltsmonopoly 2022. Heute sehen wir uns das Spiel der Stadt Gerlingen, vertreten durch die Jungen Gerlinger, an. Wir beginnen auf dem Los-Feld, wo unsere Spieler*innen ganz im Sinne des Gerlinger Geldspeichers natürlich die Spielfigur des Zylinders gewählt haben. Sie merken, dass dieses Spiel mit etwas Verzögerung beginnt – normalerweise findet der erste Zug bereits im Januar oder Februar statt. Dieses Jahr gab es aus verständlichen Gründen etwas Verzögerung aber wir sind zuversichtlich und hoffen, dass wir 2023 wieder pünktlich in den Startlöchern stehen werden!

Betrachten wir zunächst die Ausgangslage unserer Spieler*innen. Die Stadt Gerlingen geht mit einer Ergebnisrücklage von ca. 16 Mio. € sowie einem Liquiditätspolster von stolzen 46 Mio. € an den Start. Es ist zu erwarten, dass im Spielverlauf noch etwa 14.8 Mio.€ Nettosteuereinnahmen hinzukommen. Das klingt und ist viel, erfahrene und regelmäßige Fans unserer Show wissen aber, dass Gerlingen in vergangenen Jahren schon deutlich besser dastand. Dennoch eine gute Ausgangslage für das Spiel, das in diesem Moment beginnt!

Mit Spielbeginn wird die beschlossene Erhöhung der Gewerbesteuer wirksam, was für den ersten Zug nochmals Rückenwind gibt. Es wird eine 3 gewürfelt und die Jungen Gerlinger schaffen es bis zur Kreuzung Ditzinger / Leonberger / Hauptstraße. Dort betrachten sie den neu entstehenden Platz und freuen sich sichtlich darauf, in Kürze mit einem Getränk und leckerem Essen „Am alten Schulhaus“ zu sitzen.

Der zweite Wurf ist wieder eine drei und führt zum Feld „Bruhweg II“. Dort beobachten die Spieler*innen die derzeit stattfindenden archäologischen Rettungsgrabungen, die den Haushalt 2022 ursprünglich mit 750.000€ belasten sollten. Doch was ist das? Eine Ereigniskarte muss gezogen werden! Darauf steht: „Die archäologischen Rettungsgrabungen müssen verlängert und intensiviert werden. Stellen Sie weitere 700.000€ zur Verfügung.“ Ich erkenne da ein leichtes Zähneknirschen bei unseren Spieler*innen, doch sie scheinen einzusehen, dass das sein muss. Weiter geht es also!

Das Glück ist mit den Tüchtigen, die Jungen Gerlinger würfeln eine 6! Das reicht, um bis in den Gehenbühl zu kommen und das „Frei Parken“-Feld zu passieren. Es ist ja keine Neuigkeit für unsere treuen Zuhörer*innen, dass die Jungen Gerlinger finden, dass das freie Parken noch viel zu verbreitet in der Stadt ist. Leider ist auch in der Spielrunde 2022 kein Anwohnerparken mit Parkraummanagement vorgesehen, aber unsere Spieler*innen setzen große Hoffnung in das kommende Mobilitätskonzept.

Eine 2 reicht aus, um die Straße zur nächsten wichtigen Anlaufstelle zu überqueren. Die neue Sporthalle hat schon Form angenommen und wird in wenigen Wochen von zahlreichen motivierten Sportler*innen genutzt werden. Die Jungen Gerlinger sehen zufrieden und stolz aus, was im Wesentlichen daran liegen könnte, dass das Projekt weitestgehend im Zeit- und Finanzplan geblieben ist – dafür ein großes Dankeschön an Herrn Günther und sein Team im Stadtbauamt!

Der nächste Wurf ist nur eine 1 und führt an der Musikschule vorbei – dort bewundern die Jungen Gerlinger kurz die exzellente Dachnutzung durch eine große Photovoltaikanlage. Vielleicht zeigt sich im Spielverlauf ja, dass dies auch auf weiteren städtischen Gebäuden umsetzbar ist? Der Zug führt bis zum Gemeindezentrum St. Andreas, wo eine Gemeinschaftskarte gezogen wird. Auf der Karte steht: „Finalisieren Sie jetzt den Kauf des Gemeindezentrums.“ Die Verhandlungen dazu laufen schon länger, jetzt wird die Sache konkret. Die Jungen Gerlinger unterstützen dieses Vorgehen, da es die Zuverlässigkeit der Kinderbetreuung in Gerlingen sichert. Auch mit Blick auf einen anderen Aspekt der Betreuung, nämlich die Gebührenstruktur, gab es ja im letzten Jahr einen interfraktionellen Vorstoß, an dem die Jungen Gerlinger beteiligt waren. Dieser wird hoffentlich im nächsten Spiel 2023 zum Tragen kommen.

Und schon wieder eine 6 für die Jungen Gerlinger! Das reicht aus, um am Feld „Bahnhof“-Breitwiesenhaus in den neu angebundenen Stadtbus zu steigen, nach Gerlingen zu fahren und den Rathausplatz zu erreichen. Wir alle hoffen, dass wir 2022 wieder über mehr Veranstaltungen und Feste dort berichten können!

Das gilt auch für den Maximilian-Kolbe-Platz, den die Jungen Gerlinger gerade mit ihrem nächsten Zug erreichen. Dort investiert die Stadt eine Dreiviertelmillion in die gemeinsame Neugestaltung mit der Kirchengemeinde.

Das Spiel neigt sich dem Ende zu, mit einer 4 gelangen die Jungen Gerlinger noch zu einem wichtigen Punkt: Der Realschule. Bis zum Jahresende wird auch diese hoffentlich fertiggestellt sein – ein Grund zur Freude für Schüler*innen und Lehrer*innen und das Ende einer langen Belastung für die städtischen Finanzhaushalte.

Allerdings stehen schon zahlreiche Ideen für die nachfolgenden Spiele im Raum – seien es das Stadtmuseum, eine Mensa, Änderungen am Feuerwehrgerätehaus oder die laufenden Sanierungen und Reparaturen an Straßen, Wegen, Plätzen sowie unseren Regenüberlauf und -rückhaltebecken.

Zum Spielende erlauben wir uns noch einen Kassensturz. Wir vermuten zum Jahresende 2022 eine Liquidität, die auf 4 Mio.€ geschrumpft ist und eine Ergebnisrücklage von „nur“ noch 11,5 Mio. €. Wenn diese Zahlen sich als wahr erweisen, sind das anspruchsvolle Voraussetzungen für das Jahr 2023. Damit geht das Haushaltsmonopoly 2022 also zu Ende.

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Wir Junge Gerlinger bemühen uns immer, unsere Haushaltsreden etwas leichter und gut zugänglich zu gestalten und zu formulieren. Allerdings ist das, was gerade in Europa passiert weder leicht noch kann es in einer spielerischen Form angesprochen werden. Uns ist sehr klar, dass vieles, was wir uns im Haushalt für 2022 vorgenommen haben nochmal überdacht werden oder ggf. umgeplant werden muss, da sowohl die Stadt als auch die Gerlinger*innen gemeinsam mit ganz Europa vor großen Herausforderungen stehen. Das müssen wir schon heute beim Beschluss des Haushaltes bedenken.

Dennoch stimmen wir dem Haushaltsplan 2022 der Stadt Gerlingen zu.

 

 

 

Am 26.02. kamen die Jungen Gerlinger mal wieder zu einer Klausurtagung zusammen – diesmal aber etwas anders als sonst. Normalerweise sind es Teile der Fraktion, die zusammen mit engagierten Mitstreiter·innen die Inhalte und Methoden für unsere Klausuren erarbeiten. Dieses Mal hatten wir zum ersten Mal eine Gastreferentin, die uns durch den Tag führte.

Für viele war unser Gast aber keine Fremde: Vivien Klein ist nämlich selbst Gerlingerin, lebt aber seit mehreren Jahren in Wien, wo sie Landschaftsarchitektur studiert hat. Ihr gewonnenes Wissen wollte sie nun weitergeben – und bei uns traf sie auf ein sehr interessiertes Publikum.

Den Vormittag über begaben wir uns in einem lebhaften Vortrag in die Stadt der Zukunft, beschäftigten uns mit energiesparendem und nachhaltigem Bauen und machten eine Reise durch die interessantesten Pop-Up-Gärten Europas.

Nach einer Mittagspause und Stärkung wurden wir dann auch selbst aktiv und teilten uns in zwei Kleingruppen auf, die versuchten, das morgens Erfahrene auf Gerlingen zu übertragen. Es wurden Plakate gemalt, Ideenwettbewerbe veranstaltet und sogar kleine und große Modelle gebaut.

Was genau dabei herauskam wollen wir (noch) nicht verraten – aber sicherlich werden wir in Kürze hier davon berichten.

Herzlichen Dank an Vivi für die tolle Vorbereitung und Durchführung und auch an alle, die ihren Samstag mit uns verbracht haben!

Für die Jungen Gerlinger
Judith Stürmer

Austausch bei der JG-Klausur

Auch zwei Wochen nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch Russlands in die Ukraine fällt es noch schwer, diesen Artikel zu schreiben. Es gibt kaum Worte, die dem, was sich gerade in der Ukraine abspielt, gerecht werden. Es ist für die meisten von uns nicht vorstellbar, was die Menschen dort gerade erleben müssen.

Wenn auch in völlig anderer Form spüren wir die Auswirkungen des von Russland verursachten Kriegs in ganz Europa, auch in Gerlingen. Vergangene Woche gab es daher sowohl eine Solidaritätskundgebung, die von der Stadt Gerlingen organisiert wurde, als auch eine Spendenaktion. Für beides gab es bei den Gerlinger·innen enorme Resonanz. Ergänzend zu diesen zwei Aktionen gab es aber auch viel Engagement im kleineren Rahmen: Spendensammel-Aktionen, Bereitschaft zur Unterstützung Geflüchteter im Rahmen eines Ehrenamts usw. Diese Hilfsbereitschaft und Einigkeit ist bewegend und lässt uns hoffen, dass wir gemeinsam auch diese Situation überwinden werden.

Sicherlich wird es weitere Aktionen und Anlaufstellen zur Unterstützung hier in Gerlingen geben, über die wir gerne auch auf unseren Social-Media-Kanälen informieren. Wenn Sie Menschen in und aus der Ukraine unterstützen können und wollen, können Sie sich jederzeit an Hilfsorganisationen wie Caritas International (www.caritas-international.de) oder an das Projekt STELP in Stuttgart (www.stelp.eu) wenden.

Die Fraktion der Jungen Gerlinger

Die Jungen Gerlinger sind Mit-Initiator·innen und Unterstütz·innen der Initiative Zusammenhalt gegen Corona Gerlingen.

Die Initiative besteht aus engagierten Gerlinger Bürger·innen, Organisationen und Institutionen, die sich gemeinsam für eine wissenschaftsbasierte Pandemiebekämpfung einsetzen, Solidarität mit Pflegekräften und vulnerablen Gruppen zeigen sowie für unsere Demokratie einstehen wollen.

Am 24.01. fand eine erste Veranstaltung auf dem Rathausplatz mit ca. 200 Besucher*innen statt. Seitdem findet die Aktion immer wieder statt.

Die LKZ hat bereits über unsere Aktivitäten berichtet, den Artikel können Sie hier nachlesen.

Aktion am 24.Januar 2022

In der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch stand die Verabschiedung eines Eckpunktepapiers zum Thema Bauen und Wohnen auf der Tagesordnung. Wesentliche Aspekte dieses Papiers hatte der Gemeinderat in einer mehrtägigen Klausursitzung erarbeitet. Dabei konnten wir uns auf teilweise weitreichende Festlegungen einigen von denen wir hoffen, dass sie sich positiv auf die zukünftige Entwicklung unserer Stadt auswirken werden.

Wer die Grünflächen schützen und erhalten, gleichzeitig aber Wohnangebote schaffen und noch krassere Preissteigerungen verhindern will, kommt nicht umhin, die Innenentwicklung voranzutreiben. Dabei soll und muss auch in Zukunft die sogenannte „doppelte Innenentwicklung“ im Fokus stehen. Das bedeutet, dass dort, wo nachverdichtet wird, auch Grün- und Erholungsflächen geschaffen werden müssen, um die Aufenthaltsqualität zu wahren oder zu steigern.

Abgesehen von den zwei bekannten Neubaugebieten Bruhweg II und Leonberger Weg West gibt es in Gerlingen kaum noch Entwicklungsflächen. Deshalb sehen wir schon seit langem die Notwendigkeit, den Flächennutzungsplan (FNP) fortzuschreiben – nun startet der Prozess dafür endlich. Es geht hierbei nicht darum, möglichst viele Flächen zu identifizieren, die noch bebaut werden sollen. Vielmehr steht uns eine ernsthafte Auseinandersetzung darüber bevor, wie Gerlingen sich in den kommenden Jahrzehnten noch entwickeln kann und soll. Im FNP können nämlich nicht nur Neubaugebiete ausgewiesen werden, sondern auch Grünflächen gesichert und somit langfristig erhalten werden. Ohnehin sind die Flächen, die man für eine Bebauung noch in Betracht ziehen kann, rar und klein. Sollte ein zukünftiger Gemeinderat sich dennoch für weitere Außenentwicklung entscheiden, soll dies laut Eckpunktepapier nur geschehen, wenn die Stadt alle Flächen im Gebiet besitzt. Wir begrüßen diese Regelung, weil so garantiert ist, dass Stadt und Gemeinderat den größtmöglichen Einfluss auf die dortigen Entwicklungen haben werden. Ob es dazu überhaupt kommt, steht nicht fest.

Auch die Sozialbauverpflichtung ist für uns ein wichtiges und richtiges Signal. Den Wohnungsmarkt können wir damit nicht grundlegend verändern, jedoch tragen wir immerhin zu einer kleinen Verbesserung bei. Es gäbe noch viel zum Eckpunktepapier zu sagen – aber machen Sie sich doch ein eigenes Bild. Das ganze Papier gibt es im Bürgerinformationsystem der Stadt Gerlingen zum Herunterladen. Wir freuen uns wie immer über Ihre Einschätzung!

Für die Jungen Gerlinger

Judith Stürmer

das nehmen wir Junge Gerlinger uns für unsere interne Arbeit vor. Gemeinsam haben wir schon viele Formate und Möglichkeiten der Zusammenarbeit getestet und so – dank der Unterstützung vieler motivierter Gerlinger·innen – Themen vorangebracht und Ideen gesammelt.

In unseren Diskussionen sind wir als Gemeinderats-Mitglieder nicht wichtiger als diejenigen, die sich bei uns engagieren. Allerdings sind wir durch unser Amt in einer besonderen Rolle, da wir die notwendigen Informationen mitbringen und ggf. aufbereiten. Es ist uns deshalb wichtig, in regelmäßigen Abständen kritisch auf unsere interne Arbeit zu blicken und Erfahrungen auszutauschen. Das haben wir am 07.November bei einer internen Fraktionsklausur getan.

Ein Ergebnis unseres Austauschs war es, dass unsere Fraktionssitzungen seit November für Freunde und Engagierte der Jungen Gerlinger geöffnet sind. Wer Lust hast, kann vorbeischauen, unsere Arbeit beobachten und Fragen stellen. Gesagt, getan – genau 14 Tage später fand die erste offene Fraktionssitzung mit Besucher·innen statt.
Auch unsere schon fast „altbewährte“ Ressortarbeit verändert sich immer wieder. Während manche Ressorts sich alle vier Wochen abends treffen, kommt das neue Ressort zu den Themen Kultur, Jugend, Soziales und Sport jedes Quartal zu einem Aktionstag zusammen.

Bei so viel inhaltlicher Arbeit darf der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen. Neben unserem JG-Stammtisch, der das nächste Mal im Januar stattfindet, haben wir für 2022 verschiedene gemeinsame Aktionen in und um Gerlingen geplant, bei denen sich alle Freunde der Jungen Gerlinger besser kennenlernen und gemeinsam eine schöne und lustige Zeit verbringen können.
Wir sind und bleiben voller Motivation – falls Sie sich für unsere Arbeit interessieren oder einfach mal unverbindlich vorbeischauen wollen, dann kommen Sie jederzeit gerne auf uns zu.

Für die JG-Fraktion

Judith Stürmer