Lieber Herr Oestringer,
lieber Herr Altenberger,
lieber Herr Kern,
liebe Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung,
liebe Kolleg*innen,

vergangenes Jahr hätten wir eine Rede über den Gerlinger Geldspeicher gehalten, aber coronabedingt fielen die Haushaltsreden leider aus. Heute möchten wir dieses Bild nochmal in Erinnerung rufen.

Beim Blick in den Haushaltsplan erkennen wir, dass bis zum Ende des Jahres 2021 insgesamt 61 Mio. € aus unserer städtischen Liquiditätsrücklage – dem Geldspeicher – verschwinden werden.

Sicherlich laufen mit Realschule und neuer Turnhalle gerade zwei Großprojekte, aber schlucken diese allein wirklich all das Geld? Haben wir unser Geld bei fragwürdigen Banken angelegt und Teile davon verloren? Oder geschieht hier gar ein Verbrechen? Werden wir bestohlen?

Wir wollen der Sache auf den Grund gehen. Bei unseren Recherchen erkennen wir schockiert: Es hätte noch viel schlimmer kommen können! Denn in monatelanger Ermittlungsarbeit hat der Hüter der Gerlinger Finanzen, Kommissar Kern, zahlreiche Geldabflüsse verhindern können. Wie ist ihm das gelungen?

Schon vor Beginn der Pandemie identifizierte Kommissar Kern die erste große Bedrohung für Gerlingen: Sinkende Steuereinnahmen. Gemeinsam mit seinem emsigen Ermittlerteam steuerte er sofort dagegen. Bis heute wurden die Gewerbesteuerhebesätze, die Hundesteuer und die Vergnügungssteuer erhöht und die Reserven im Geldspeicher so besser gesichert.

Obwohl die Aufforderung „Herr Kern, tun sie etwas!“ aus diesem Gremium mehrfach an ihn gerichtet wurde, war unser Kommissar in einem Aspekt machtlos: Die FAG- und Kreisumlage wird in Rekordhöhe ganz legal aus dem Geldspeicher abgepumpt. Das sollte uns alle lehren: Wenn nicht einmal Kommissar Kern dies verhindern kann, dann müssen wir diese Geldabflüsse so hinnehmen.

Gemeinsam mit einer vorausschauenden Verwaltung und spitzfindigen Stadträt*innen wurde der Geldspeicher aber erfolgreich gegen andere Zugriffe gesichert. Drei Beispiele dafür sind:

  1. Eine Million Euro fließt nun nicht mehr in einen Erweiterungsbau für das Stadtmuseum, sondern wird in die überfällige – und von uns mehrfach angemahnte – Sanierung der Bestandsgebäude investiert. Damit sparen wir uns doppelte Ausgaben.
  2. Der entstehende Platz am Träuble-Kreisel erhält einen Kostendeckel, so dass die Gefahr von unerwarteten Mehrausgaben minimiert wurde.
  3. Nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ wurden die Budgets vieler städtischer Einrichtungen kritisch überprüft und angepasst.

Zur Sicherung der Ersparnisse gehören natürlich auch regelmäßige Kontrollgänge durch den Geldspeicher. Einmal fällt Kommissar Kern dabei aufgrund des immer niedrigeren Pegelstandes etwas Seltsames auf: Die vier Stadträt*innen der Jungen Gerlinger klammern sich an verschiedenen Geldbündeln fest, die sie nicht ausgeben möchten.

Um diesem Vorgang auf den zu Grund gehen, befragt Kommissar Kern die Fraktion der Jungen Gerlinger als Zeug*innen.

Dabei erfährt er folgendes: Bei einem der Bündel handelt es sich um das Geld, das in die prächtigen Blumenbeete in der Stadt fließen soll. Wir Junge Gerlinger sind der Meinung, dass die jährlichen Ausgaben von 180.000 € zu hoch sind. Nach konstruktiven Verhandlungen geben wir uns heute damit zufrieden, dass dieses Jahr nochmal 150.000 € in die Blumenpracht fließen sollen. Die damit erreichte Einsparung von 30.000€, die im Geldspeicher verbleibt, verbuchen wir als kleinen Erfolg. Noch wichtiger ist für uns aber die erfolgte Zusage, dass in Kürze noch günstigere und insektenfreundlichere Bepflanzungsmöglichkeiten vorgestellt werden.

Kommissar Kern fragt seine Zeugen nun, was es mit den anderen Geldbündeln auf sich hat und ermittelt auch hier erfolgreich die Hintergründe.

Denn auch von den 100.000 €, die in die Beschallungsanlage in der Jahnhalle fließen sollen, wollen wir Junge Gerlinger uns nicht verabschieden. Wir denken, dass das günstiger möglich wäre. Auf den zweiten Blick findet man häufig noch Sparpotenziale – man munkelt, das soll wohl schon bei mancher Spülmaschine so gewesen sein. Leider hatten wir im Fall der Beschallungsanlage keinen Erfolg.

Kommissar Kern entlässt die Zeug*innen – selbstverständlich nimmt er ihnen vorher die Geldbündel ab. Die eingesparte Summe wird im Geldspeicher verwahrt, der Rest wie geplant dem Haushaltsplan zugeführt.

Ein Ermittlungsergebnis ist bis hierhin bereits klar erkennbar: Wir Junge Gerlinger befinden einen rigorosen Sparkurs ausdrücklich für notwendig und haben dafür zahlreiche eigene Sparvorschläge eingebracht. Doch es gibt einen Aspekt, an dem wir nicht gespart hätten: Ein Ersatz für die entfallenen Kunststoffspielfelder im Breitwiesen ist still und leise aus dem Haushaltsplan verschwunden. Die Sorge, dass genau das geschieht, hatten wir bereits häufig geäußert und nun ist es soweit. Wir halten diese Entscheidung für vollständig falsch.

Unsere Recherche hat ergeben: Es ist kein Geldraub geschehen in Gerlingen, Kommissar Kern hat wahrhaftig alles darangesetzt, um so viel Geld wie möglich im Speicher zu sichern.

Das Minus von 61 Mio. € in der Liquidität ist groß und erschreckend; das ordentliche Ergebnis im Haushalt von minus sieben Mio. € muss ein Alarmzeichen für uns alle sein. Wir werden in den kommenden Jahren noch intensiver nach Sparmöglichkeiten suchen müssen.

Bei all den schwierigen Nachrichten ist uns trotzdem klar: Ohne Kommissar Kern, seine mahnenden Worte in den letzten Jahren und seine stets unverblümte Darstellung des Ist-Zustands stünden wir um einiges schlechter da.

Die weitere Sicherung der Reserven im Geldspeicher wird in Zukunft deutlich schwerer sein, ohne Kommissar Kern und seine Kompetenz an unserer Seite. Bereits heute bedanken wir uns daher für die absolut hervorragende Arbeit in den vergangenen Jahren bei Ihnen.

Wir danken der Stadtverwaltung, Herrn Oestringer, Herrn Altenberger und natürlich ganz besonders Herrn Kern und seinem Team aus der Kämmerei für die Erstellung des Haushaltsplanes 2021, dem die Jungen Gerlinger zustimmen werden.

Nächste Woche wird der Haushalt 2021 der Stadt Gerlingen verabschiedet. Es ist ein außergewöhnlicher Haushalt – ein Haushalt der Superlative. Erstmals seit Einführung der doppischen Buchhaltung im Jahr 2017 wird er ein negatives Ergebnis, sozusagen einen Verlust, aufweisen. Und zwar in Höhe von sage und schreibe 7 Millionen €! Ein Glück, dass wir in den vergangenen Jahren gut vorgesorgt haben und dieses beachtlich negative Ergebnis mit Überschüssen aus den Vorjahren ausgleichen können. Geprägt ist der städtische Haushalt 2021 des Weiteren von einem Liquiditätsabfluss in Höhe von 61 Mio. €. Hauptgrund dafür sind zum einen die an den Landkreis und das Land zu zahlenden Umlagen, die in Gerlingens Geschichte noch nie so hoch waren wie dieses Jahr. Zum anderen weist der Haushalt 2021 das höchste Investitionsvolumen der Stadtgeschichte aus. Gut 41 Mio. € werden allein dieses Jahr in die Zukunft der Stadt, größtenteils in die Realschule und die neue Dreifeldsporthalle in den Breitwiesen, investiert. Ein Glück, dass wir in vergangen Jahren auch diesbezüglich gut vorgesorgt und Geld zur Seite gelegt haben. Zwar werden die städtischen Liquiditätsrücklagen im Laufe des Jahres beinahe komplett abschmelzen, im Jahr 2021 kann aber noch auf eine Schuldenaufnahme verzichtet werden. Eine solche wird 2022 nach derzeitigem Planungsstand jedoch unvermeidbar sein.

Diese Zahlen machen deutlich: Die Stadt Gerlingen muss Haushaltskonsolidierung betreiben. Bereits letztes Jahr startete die Stadtverwaltung diesen notwendigen Prozess, und wir Junge Gerlinger haben zahlreiche Einsparvorschläge gemacht. Einen möchten wir besonders hervorheben: Schon lange mahnen wir die wunderschöne, jedoch sündhaft teure Bepflanzung der Beete in der Hauptstraße an. Nicht falsch verstehen: Auch wir erfreuen uns an der stets prächtig blühenden Allee. Was man sich in der Regel jedoch nicht bewusst macht, sind die enormen Kosten, die diese halbjährig auszutauschende, pflegeintensive Bepflanzung verursacht. Der Bauhof investiert jährlich mehrere Wochen ins Bepflanzen der Beete und verbringt im Sommer beinahe täglich mehrere Stunden mit dem Gießen der Beete. Da der Wert nur ungefähr berechnet werden kann, verzichten wir an dieser Stelle auf die Bezifferung der jährlichen Kosten – wenn man den Betrag kennt, hat diese Art der Bepflanzung jedoch ein ganz schön großes „Gschmäckle“.

Seit Jahren hinterfragen wir deshalb, ob es nicht eine kostengünstigere, und dennoch schöne Alternative gibt. Vielleicht durch mehrjährige Pflanzen, wie z.B. Stauden. Vielleicht durch ein Granulat, das Wasser besser bindet und deshalb weniger gegossen werden muss. Vielleicht durch hitzeresistentere Blumen. Es freut uns, dass unsere Anregung nun endlich erhört wurde und sich womöglich ein Einsehen in der Stadtverwaltung und im Gemeinderat einstellt: Der Haushaltsansatz für die städtischen Blumenbeete wurde um 30.000 € reduziert. Und viel mehr noch: Die Verwaltung hat uns zugesichert, die Art der Bepflanzung der städtischen Blumenbeete zu hinterfragen. Wir werden im Laufe dieses Jahres dauerhaft noch kostengünstigere und dennoch schöne Alternativen, die zugleich ökologisch wertvoller als die bisherige Bepflanzung sind, präsentiert bekommen. Bei aller Bescheidenheit reklamieren wir das gerne als Erfolg der Jungen Gerlinger. Angesichts der beschriebenen Haushaltslage der Stadt braucht es genau solche strukturellen und langfristigen Einsparungen.

In der nächsten Ausgabe des Gerlinger Anzeigers lesen Sie unsere Rede zum Haushalt 2021. Seien Sie gespannt!

Für die Fraktion der Jungen Gerlinger
Manuel Reichert

Im Juli letzten Jahres habe ich an dieser Stelle einen Artikel über die Kommunikation innerhalb von Städten und auch zwischen Bürger*innen und Kommunalpolitiker*innen geschrieben (nachzulesen unter www.junge-gerlinger.de/kommunikation). Seitdem sind immer wieder interessierte und aktive Gerlinger*innen mit uns in Kontakt getreten. Für den lebendigen Austausch bedanken wir uns herzlich!

In meinem Artikel schrieb ich unter anderem „Digitale Vorlagen, die z.B. auf der städtischen Homepage eingestellt werden, können hier sicher eine weitere wichtige Ergänzung des Informationsflusses sein.“ Deshalb freue ich mich sehr, dass es inzwischen genau dies gibt. Seit kurzem ist über die Website der Stadt www.gerlingen.de das neue Bürgerinfoportal erreichbar. Die Tagesordnungen und Vorlagen für öffentliche Sitzungen sind dort für alle Interessierten abrufbar. In der Regel stehen die Unterlagen etwa eine Woche vor der jeweiligen Sitzung zur Verfügung.

Daher rufen wir alle Gerlinger*innen auf: Werfen Sie einen Blick ins Bürgerinfoportal! Überfliegen Sie die Tagesordnungen und lesen Sie Vorlagen zu den Themen, die sie besonders interessieren. Stellen Sie uns Fragen zu anstehenden Entscheidungen oder teilen Sie uns Ihre Gedanken mit, wir sind gespannt!

Sie erreichen uns hier:

Website: www.junge-gerlinger.de
E-Mail: kontakt@junge-gerlinger.de
facebook: www.facebook.com/jungegerlinger
Instagram: @junge_gerlinger

 

KomPod: Folge 5 unseres Gerlinger Kommunalpodcasts ist online

Seit einigen Tagen finden Sie auf unserer Website und bei allen gängigen Podcast-Anbietern Folge 5 unseres Podcasts zur Gerlinger Lokalpolitik. In dieser Folge blicken Nino Niechziol und Dennis Uhl auf ein Jahr Arbeit während der Pandemie zurück und berichten von unseren Erfahrungen und Gedanken dazu. Reinhören ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich – es lohnt sich!

 

Für die Jungen Gerlinger
Judith Stürmer

In diesem Artikel geht es um Menstruation.

Als wir uns zusammengetan haben, um diesen Artikel zu schreiben, haben wir uns überlegt, warum es nicht üblich ist, dass Menstruationsartikel auf öffentlichen Toiletten kostenlos zur Verfügung stehen. Je länger wir darüber nachgedacht haben, desto absurder erschien es uns, dass dies noch nicht längst Realität ist. Schließlich muss sich die Hälfte der Weltbevölkerung im Laufe ihres Lebens zwangsweise mit Menstruation auseinandersetzen. Im Schnitt blutet eine menstruierende Person zusammengerechnet etwa 7 Jahre ihres Lebens. In dieser Zeit und darüber hinaus muss man sich mit allem was dazu gehört beschäftigen:

Krämpfe, Migräne, PMS, Gliederschmerzen sind nur einige der Beschwerden, denen man ausgesetzt ist. Auch das Kaufen, Entsorgen und die eigenverantwortliche Verfügbarkeit von Hygieneartikeln gehören zum Alltag. Daher stellen wir uns die Frage, warum keine allgemeine Bereitstellung gewährleistet ist – denn es sprechen so viele gute Gründe dafür, dass Tampons und Binden auf öffentlichen Toiletten jederzeit kostenlos zugänglich sind.

Zunächst würde es das Problem lindern, welches jede menstruierende Person kennt, keinen Periodenartikel bei sich zu haben und so ein Wettlauf gegen die Zeit entsteht. Wird dieser verloren, endet es mit Blut in der Unterhose oder es werden unhygienischen Notlösungen gefunden, wie zum Beispiel Klopapier als Bindenersatz. Apropos Klopapier: Wie kommt es eigentlich, dass es überall selbstverständlich und frei zur Verfügung steht und Menstruationsartikel hingegen nicht?

Niemand sucht sich aus, dass die Gebärmutterschleimhaut einmal im Monat abgestoßen wird. Es ist aus gesundheitlichen und hygienischen Gründen unumgänglich, dass das Gemisch aus unter Anderem Blut und Gewebe, das dadurch entsteht, aufgefangen wird. Warum sind Tampons und Binden also kein frei zugängliches Gut?

Besonders für junge Menschen stellt dies ein Problem dar. Nach dem Einsetzen der ersten Menstruation (Menarche) dauert es bis zu zwei Jahre bis der Zyklus eine Regelmäßigkeit bekommt. In dieser Zeit ist es schwer einzuschätzen, wann die Periode eintritt. Da die Blutung dann plötzlich und unerwartet eintritt, kann es schnell passieren, dass man keinen Artikel zur Hand hat. Dies kann unter anderem dazu führen, dass in dieser Zeit nicht in die Schule gegangen wird. Dazu kommt, dass Menstruation immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema ist und die Angst groß ist, dass Klassenkamerad*innen mitbekommen, dass gerade die Periode eintritt oder auch rote Flecken auf der Hose zu erkennen sind.

Aber auch nach der Pubertät ist das Problem nicht gelöst. Schmierblutungen können außerhalb der Menstruation auftreten, ohne dass man sich darauf vorbereiten kann.

Eine flächendeckende kostenfreie Bereitstellung von Hygieneartikeln würde für viele Menschen den Alltag vereinfachen. In Einrichtungen in denen Tampons und Binden bereits zur Verfügung stehen, ist die Resonanz sehr positiv und das Angebot wird gut angenommen.

Eine erste Anfrage unsererseits eine Bereitstellung der Artikel in Gerlingen zu etablieren, war leider nicht erfolgreich. Die Stadtverwaltung verwies darauf, dass dies eine Debatte sei, die auf der Bund-/Länderebene geführt werden müsse. Außerdem gäbe es keine einzige Kommune in Baden-Württemberg, die diese freiwillige Leistung erbringen würde. Wir sehen darin allerdings die Chance eine Vorbildfunktion einzunehmen und andere Städte zum Nachahmen zu motivieren. Wir hoffen, dass in weiteren Gesprächen eine gute Lösung gefunden werden kann.

Übrigens wird es in immer mehr Ländern auf der Welt Pflicht, dass Binden und Tampons gratis auf öffentlichen Toiletten zur Verfügung stehen. Zuletzt wurde in Frankreich beschlossen, dass Studierende Zugang zu kostenlosen Menstruationsartikeln erhalten.

Für die Jungen Gerlinger

Rebekka Köhler und Lukas Kuntz

In diesem Artikel haben wir uns bewusst dazu entschieden, auf geschlechterspezifische Bezeichnungen zu verzichten, da wir nicht-binäre Menschen und trans Menschen nicht ausschließen möchten.

In der letzten Gemeinderatssitzung wurde über die Benutzungsordnung des Sportgeländes Breitwiesen beraten. Das Sportgelände Breitwiesen umfasst den Rasenplatz mit Tartanbahn und Zuschauerbereich, den (neuen) Kunstrasenplatz mit Zuschauerbereich, die sich im Bau befindliche neue Breitwiesen-Dreifeldsporthalle sowie alle zwischen diesen Komponenten liegenden Verbindungsflächen. Das gesamte Areal ist von einem Zaun umgeben. Die Nutzung der neuen Sporthalle und des Kunstrasenplatzes ist grundsätzlich ausschließlich Schulen und Vereinen vorbehalten, die Nutzung der Tartanbahn steht jeder / jedem zu, sofern keine vorrangige Belegung durch Schulen & Vereine gegeben ist.

Der Kunstrasenplatz wird in Kürze zum Sportbetrieb freigegeben, die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Sporthalle ist ebenfalls noch für dieses Jahr vorgesehen. Der Erlass einer Benutzungsordnung wurde notwendig, weil es aufgrund von Anwohnerklagen richterliche Festsetzungen bezüglich der Nutzungszeiten des Sportgeländes gibt. Diese sind wesentlicher Regelungsinhalt der Benutzungsordnung.

Im Rahmen der Beratung der Benutzungsordnung waren uns fünf Punkte wichtig:

1. Heimspieltage des FC Gerlingen

Für den FC Gerlingen sind Heimspieltage, d. h. Spieltage, an denen die erste, zweite und dritte Mannschaft hintereinander ein Heimspiel im Breitwiesen austrägt, aus diversen Gründen sehr wichtig. Deshalb baten wir die Verwaltung darum, nach Lösungen zu suchen, die das im Einklang mit berechtigten Nachbarinteressen ermöglichen. Die Verwaltung sicherte uns zu, sich darum zu bemühen.

2. Sportlerboulevard

Mit der neuen Sporthalle sollte das entstehende „Sportlerboulevard“ ein wichtiges Element des Geländes werden: Ein Durchgang vom Parkplatz der Sporthalle bis zur Tartanbahn als zentrale Wegeverbindung. Bereits beim Architektenwettbewerb war klar, dass dies vor dem Hintergrund der Notwendigkeit eines abschließbaren Kunstrasens Fingerspitzengefühl braucht. Die aktuellen Planungen sehen nun vor, dass die Zäune um den Kunstrasen das Sportlerboulevard an zwei Stellen durchbrechen und damit den Verbindungsweg versperren. Diese Lösung ist für uns definitiv noch verbesserungswürdig.

3. Kennzeichnung der Nutzungszeiten der Tartanbahn

Wir haben angeregt, die Belegung der Tartanbahn durch Schulen und Vereine per Aushang vor Ort kenntlich zu machen, damit Freizeitsportler*innen planen können, wann die Bahn frei ist / wann keine vorrangige Belegung vorliegt. Wir sind gespannt, ob unser Vorschlag umgesetzt wird. Denkbar wäre z.B. die Anbringung eines QR-Codes, der auf eine PDF mit den Nutzungszeiten führt. Sollten diese sich ändern, kann die Zieldatei einfach und unkompliziert angepasst werden. Eine Einstellung der Nutzungszeiten auf der städtischen Homepage hätte den zusätzlichen Vorteil, dass die Belegung auch von zu Hause aus abgefragt werden kann.

4. Zugänglichmachung des Kunstrasenplatzes für die Öffentlichkeit

Auch wir würden uns wünschen, dass der Kunstrasenplatz durch die Allgemeinheit benutzt werden darf, wenn er nicht durch Schulen & Vereine belegt ist. Die Verwaltung hat zugesagt, dies gegen vorherige Buchung / Anmeldung im Rahmen der richterlichen Vorgaben zu ermöglichen.

5. Kunststoff-Kleinspielfelder

Uns war es immer wichtig, dass ein standortnaher Ersatz für die aufgrund des Baus der neuen Sporthalle und der daraus resultierenden Verlegung des Kunstrasenspielfeldes weggefallenden Kunststoffspielfelder im Breitwiesen geschaffen wird. Trotz mehrfacher Zusicherung seitens der Stadtverwaltung wurde hierfür noch keine Lösung gefunden. Wir bleiben dran und werden das weiterhin anregen und fordern, wann immer das Thema auf der Tagesordnung steht.

 

Die alte Breitwiesenhalle soll langfristig nicht stehen bleiben, da die Kosten für ihren Erhalt unverhältnismäßig groß wären. Wann sie schwindet ist aber noch unklar. Für das Areal entstehen dann spannende neue Entwicklungsmöglichkeiten, über die sorgfältig diskutiert werden sollte.

Auch wenn die Benutzungsordnung nun verabschiedet ist, wird uns das Sportareal im Breitwiesen noch eine ganze Weile beschäftigen. Wir Junge Gerlinger werden weiterhin aktiv und aufmerksam mit dabei sein.

Für die Jungen Gerlinger
Manuel Reichert und Judith Stürmer

 

Am 14. März 2021 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Die Wahl ist allgegenwärtig: die Wahlbenachrichtigungen sind bereits bei jeder / jedem Wahlberechtigten angekommen, Wahlplakte hängen, die Kandidatinnen und Kandidaten präsentieren sich auf dem Wochenmarkt und bei Online-Wahlkampfveranstaltungen, die ersten Flyer / Erstwähleranschreiben der zur Wahl stehenden Parteien / Wählervereinigungen lagen schon im Briefkasten. Wir möchten auf eine ganz besondere Wahlkampfveranstaltung hinweisen: Anlässlich der Wahl veranstaltet der Jugendgemeinderat Gerlingen am 22.02.2021 von 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr eine digitale Jugendkonferenz mit den Kandidatinnen / Kandidaten unseres Wahlkreises, zu der jugendliche und junge Menschen von 14-27 Jahren eingeladen sind. Eine Teilnahme lohnt sich bestimmt, alle dazu nötigen Informationen findet ihr auf der Homepage des Jugendgemeiderats!
Hilfe bei der Entscheidung, wem Sie Ihre Stimme geben, kann auch der Wahl-O-Mat geben. Mit ihm können Sie Ihre Positionen mit denen der zur Wahl stehenden Parteien / Wählervereinigungen abgleichen.
Bei der Landtagswahl am 14. März 2021 wird über die Zusammensetzung des Landtags von Baden-Württemberg für die nächsten vier Jahre entschieden. Davon ist abhängig, welche Regierung Baden-Württemberg durch die nächsten Jahre führen wird. Die Entscheidungen der Landesregierung beeinflussen unser Leben ganz direkt und unmittelbar. Mit Ihrer Stimme entscheiden Sie maßgeblich den politischen Kurs Baden-Württembergs in der nächsten Legislaturperiode mit. Deshalb möchten wir schon jetzt an Sie appellieren: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch.
Liebe Gerlingerinnen und Gerlinger, die Corona-Inzidenzen sinken glückerweise wieder. Wir alle können es kaum erwarten, wieder ein Leben mit weniger Einschränkungen zu führen. Die Impfmöglichkeiten schenken uns zusätzlich Hoffnung, dass wir im Laufe / spätestens gegen Ende des Jahres hierzu zurückkehren können. Noch ist es allerdings nicht so weit und für den Moment ist eine bestmögliche Kontaktreduzierung nach wie vor das Gebot der Stunde. Deshalb möchten wir Ihnen die Briefwahl ausdrücklich ans Herz legen. Auch ich werde bei der Landtagswahl erstmals von der Briefwahlmöglichkeit Gebrauch machen. Mit ihr leisten Sie einen Beitrag dazu, dass die positive Entwicklung der Infektionszahlen der letzten Wochen weiter anhält. Die Briefwahl ist denkbar einfach: Sie füllen die Rückseite der Wahlbenachrichtigung aus und schicken Sie ans Rathaus / werfen Sie in den Rathausbriefkasten. Ihnen werden dann die Wahlunterlagen zeitnah zugesendet, die Sie nun bequem daheim ausfüllen können. Sie machen auf dem Stimmzettel Ihr Kreuzchen und legen ihn in den blauen Briefumschlag. Den blauen Briefumschlag packen Sie zusammen mit dem Wahlschein in den roten Briefumschlag und verschließen ihn. Den roten bereits adressierten Briefumschlag schicken Sie mit der Deutschen Post portofrei ans Rathaus oder werfen ihn in den Rathausbriefkasten, wichtig: Er muss dort spätestens am Wahltag bis 18:00 Uhr ankommen.
In diesem Sinne bitten wir Sie: Gehen sie am 14. März 2021 wählen, noch besser: Geben Sie Ihre Stimme per Briefwahl ab. Und ganz wichtig: Bleiben Sie gesund!

Für die Fraktion der Jungen Gerlinger
Manuel Reichert

Eine Gerlinger Institution feiert Geburtstag: Vor 25 Jahren, am 10.02.1996 öffnete das Jugendcafé Konfus zum ersten Mal seine Türen. Ein von jungen Menschen selbstverwaltetes Café, in dem schon so einiges passiert ist. Das Konfus – ein Ort der Möglichkeiten. Jugendliche Heranwachsende brauchen Struktur und Gestaltungsmöglichkeiten im Zusammensein mit Gleichaltrigen – oder etwas Älteren – um sich zu orientieren. Einen Raum, der Begegnung ermöglicht, Ideen wachsen lässt und keine Grenzen kennt.

Grund genug, hier einen Glückwunsch der besonderen Art zu verfassen – Glückwünsche aus einer Familie mit drei „Generationen“ Konfus.

„Es war klar, was wir donnerstags und sonntags taten. Wir gingen ins Konfus. Donnerstags in Vorfreude auf das Wochenende. Sonntags oft gerädert vom Wochenende. Donnerstags gab es Bier oder Weinschorle – süß natürlich. Sonntags ACE. Die erste Challenge war der Weg durch den Eingangsbereich. Kickern die Jungs aus meiner Klasse oder die großen 12er? Grüßen sie mich? Hallo! Cool. Geschafft! Wer ist alles da? Wen habe ich lange nicht gesehen? Wo sitze ich zuerst? Spiele ich Kniffel? Mensch ärgere dich nicht? Plaudern an der Theke? Aktionsabend! Weihnachten! Wow! Welch eine Aufregung! Die Ehemaligen, noch größere Jungs, waren da: lustig, gut gelaunt, in Plauderlaune. Überall aufgekratzte schicke Jugendliche, die von Weihnachtsgeschenken schwärmen.   Dann wieder ein Aktionsabend: Heute haben wir uns verkleidet, zum Kostümwettbewerb. Als Großeltern. Zack! Gewonnen: eine Flasche Mumm! Das Leben im Konfus ist einfach gut gewesen.“
Elena Stürmer, 35 Jahre

 

„Ich danke dem Café Konfus für tolle Aktionsabende, aber auch normale Öffnungen. Für Lehrstunden in Skat und Darts, Schach und Kickern. Für erste eigenverantwortliche ehrenamtliche Arbeit im erweiterten Vorstand und für neue Freundschaften. Man lernte im Konfus Leute aus allen Schulen kennen, Ältere und Jüngere, ehemalige Vorstände… Nach einigen aktiven Jahren wurden Nino Niechziol und ich zum 1. und 2. Vorsitzenden des Konfus gewählt. Diese Zeit hat mich viel gelehrt: Man musste Planen, Organisieren, Sitzungen leiten und mit Besucher*innen, Stadt und Nachbarn kommunizieren, um Lösungen zu finden, die für alle passen. Von diesen Erfahrungen profitiere ich noch heute. Vielen Dank!“
Philipp Stürmer, 32 Jahre

 

„Mit 26 Jahren gehöre langsam aber sicher auch ich zum „alten Eisen“ im Konfus. Vieles hat sich seit meinen ersten Besuchen verändert. Kein Rauchen mehr im Vorraum, stattdessen ein Dartautomat. Keine Tiefkühlpizza mehr, stattdessen eine Kooperation mit dem nahegelegenen Restaurant. Außenmöblierung, Poetry Slam, ein gemeinschaftliches Hochbeet, Kleidertausch – das Konfus geht mit der Zeit und bleibt doch ein Klassiker.

Für die Jungen Gerlinger spielt das Konfus eine wichtige Rolle. Wir mieten die Räume für Fraktions- und Ressortsitzungen – und laden auch manch prominenten Gast dorthin ein. Der erste Besuch unseres aktuellen Bürgermeisters bei der JG-Fraktion? Natürlich im Konfus. Inzwischen war ich vielleicht fast ebenso oft im Auftrag der Jungen Gerlinger wie privat im Konfus. Trotzdem genieße ich die Zeit dort immer. Denn eines hat mich im Konfus immer besonders beeindruckt: Es ist einer der wenigen Orte, an dem man einfach so vorbeischauen kann, ohne sich mit jemandem zu verabreden. Wer ist heute da? Egal! Im Konfus gibt es immer einen Tisch, an dem man sich dazu setzen kann.“
Judith Stürmer, 26 Jahre

Die letzte Gemeinderatssitzung des, nicht nur aus kommunalpolitischer Sicht, sehr interessanten Jahres 2020, brachte noch einmal Schwung in das Schaffen der Jungen Gerlinger. Neben dem 25-jährigen Jubiläum des Jugendgemeinderats und der Gestaltung des Platzes am neuen “Lamm-Kreisel”, wurde auch über drei Steuererhöhungen abgestimmt. Eine davon regte in unserer internen Vorberatung einen spannenden Gedankenaustausch an.  

Das Ressort Wirtschaft und Finanzen hatte sich bereits Anfang Dezember darüber Gedanken gemacht, welche Argumente es für oder gegen eine Erhöhung der Hundesteuer gibt.
Ganz klar ist: Die aktuelle Coronapandemie geht nicht spurlos an Gerlingen vorbei. Der kommunale Haushalt leidet sehr darunter und muss nun durch Einsparungen und Mehreinnahmen aufgebessert werden. Dies trifft alle Bereiche der Stadt. Für die Hundehalter*innen kommt somit nun eine Erhöhung von 18 € im Jahr für den Ersthund auf sie zu. Für weitere Hunde 36 € im Jahr. Dies dürfte für einen Großteil der Hundehaltenden kein Problem sein, für andere aber trotzdem wichtiges Geld, dass nun in der Haushaltskasse fehlen wird. Diese Menschen sollten sich nicht die Frage stellen müssen, ob sie sich ihren Hund noch leisten können. Jedoch können Hundehalter*innen nun trotz der Erhöhung der Steuer sogar weniger zahlen als davor. Durch die Absolvierung einer Hundebegleitprüfung oder eines Team Tests bekommt man 25% Steuernachlass. Damit wurde ein guter Kompromiss gefunden.

Für die Jungen Gerlinger  
Lukas Kuntz 
 
An dieser Stelle wollen wir nochmal auf unseren Artikel zum Projekt „TürÖffner“ im Dezember hinweisen. Das Projekt möchte leerstehende Wohnungen wieder einer Vermietung zuführen – sicherlich ein Ziel, das fast alle Gerlinger*innen für erstrebenswert halten. Es macht uns traurig, dass Einzelne dies als Chance sehen, Menschen gegeneinander auszuspielen. Sie können unseren Artikel mit allen relevanten Fakten hier lesen.

 

Das Jahr 2020 wird wohl als das „Corona-Jahr“ in die Geschichtsbücher eingehen, und das zu Recht. Wir könnten hier einen brandaktuellen Artikel über die derzeitigen Maßnahmen oder Infektionszahlen schreiben. Allerdings ist 2020 trotz allem noch vieles mehr passiert, das wir hier beleuchten wollen. Ganz ausklammern kann man Corona dabei nicht, aber wir geben unser bestes, es nur am Rande zu erwähnen…

Das Jahr begann mit der Verabschiedung von Bürgermeister Brenner. Bei diesem besonderen Neujahrsempfang war die Stadthalle noch praller gefüllt als sonst. Es fühlt sich seltsam an, an diesen Tag zurückzudenken, der gefühlt noch in einer anderen Welt stattfand. Der (inzwischen gar nicht mehr so) neue Bürgermeister, Dirk Oestringer, durfte sich noch einige Wochen mit dem Tagesgeschäft auseinandersetzen, z.B. im Februar mit den ersten Ideen zum neuen Platz am Träuble-Kreisverkehr. Bei der Edeka-Eröffnung im März war die Stimmung bereits zurückhaltender und verunsicherter – und dann war auch schon Krisen-Modus angesagt.

Bei uns Jungen Gerlingern folgte daher eine Phase der Online-Arbeit, in der wir viel dazugelernt und unser Methoden-Repertoire erweitert haben. Trotzdem freuten wir uns sehr, dass es  im Juli möglich war, eine interne Klausur durchzuführen. Dabei setzten wir uns insbesondere mit den städtischen Finanzen und mit dem geplanten Mobilitätskonzept für Gerlingen auseinander.

A propos Mobilität: Ein Highlight des Jahres 2020 war definitiv das Stadtradeln im Juli. Über 100.000km legten die Gerlinger*innen zurück und auch unsere Fraktion war fleißig mit dabei. Wir hoffen auf eine Wiederholung im kommenden Jahr!

Nach der Sommerpause machten wir uns dann auf die Suche nach neuen Wegen, um Kommunalpolitik erleb- und nahbar zu machen. Mit KomPod starteten wir den ersten Podcast zur Gerlinger Kommunalpolitik. Vier Folgen sind bereits erschienen – alle Infos dazu gibt es auf unserer Homepage www.junge-gerlinger.de. Im nächsten Jahr wird es übrigens eine Podcast-Folge zum Neubaugebiet Bruhweg II geben, seien Sie gespannt!

Im Herbst hielten uns dann die Diskussionen über die städtischen Finanzen auf Trab. Mit unserem kritischen Blick auf alle Einnahmen und Ausgaben konnten wir einen Beitrag zum Konsolidierungsprozess leisten. Das wird auch 2021 wieder notwendig sein und uns viele Stunden Arbeit kosten.

Bei alldem darf man die laufenden Projekte nicht vergessen: scheinbar „nebenbei“ verschwand ein Großteil der alten Realschule und die Turnhalle im Breitwiesen wuchs langsam aber sicher. Projekte, die nicht nur laufend Geld sondern auch viel Arbeitskraft kosten – und das, neben der dauerhaften Zusatzbelastung durch das Krisenmanagement. In der anstehenden Weihnachtspause kann nun hoffentlich auch die Stadtverwaltung etwas entspannen.

All unsere GAZ-Artikel aus diesem bewegten Jahr können Sie unter https://www.junge-gerlinger.de/beitraege/ nochmal nachlesen.

Wir danken Ihnen für den lebendigen, aktiven und positiven Austausch 2020, wünschen wundervolle Weihnachten und einen guten und gesunden Start ins Jahr 2021.

Für die Jungen Gerlinger
Judith Stürmer