Kandidatenvorstellungen sind eine schöne Sache, oft ähneln sie sich aber doch sehr. Die Kandidat*innen wünschen sich Gleichgewicht zwischen Altbekanntem und Erneuerung; verantwortungsbewusste Finanzplanung; Stadtplanung mit Augenmaß usw. Ohne Frage sind dies drei erstrebenswerte Ziele, doch wofür wir Junge Gerlinger politisch stehen, zeigt sich am deutlichsten in unserer Arbeit im Gemeinderat und in Sachbeiträgen in dieser Zeitung.  Für die Vorstellung unserer Top 5-Kandidaten ist es uns wichtiger aufzuzeigen, warum gerade diese Personen eine besondere Bereicherung für unseren Stadtrat sind.  Statt Eigenlob setzen wir dabei auf den kritischen Blick von außen – und stellen uns gegenseitig vor.

Warum sollten Sie ihre Stimme(n) am 26.05. Dennis Uhl (Listenplatz 2) geben?

Der Kandidat, der unseren Listenplatz 2 schmückt, heißt Dennis Uhl. Der 20-Jährige besuchte ab 2005 die Gerlinger Schulen. Nach seinem Realschulabschluss 2015 besuchte er ein technisches Gymnasium in Stuttgart, wobei er aber schnell merkte, dass ihm der Umgang mit Menschen mehr liegt. Aus diesem Grund brach er ab und absolvierte ein FSJ in der Behindertenpflege in Leonberg. Seit 2017 macht er seine Ausbildung als Jugend- und Heimerzieher, die er Mitte dieses Jahres abschließen wird.
Sein gutes Händchen für Menschen spiegelt sich auch in seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten wider:

So wie zahlreiche andere Junge Gerlinger ist auch Dennis jedes Jahr in den Sommerferien Mitarbeiter bei der Stadtranderholung. Schon früh konnte er sich als (ehemaliger) Jugendgemeinderat in das Wesen der Gerlinger Kommunalpolitik einfügen und sich dort auch ein Bild von der Gemeinderatsarbeit machen. Des Weiteren ist er schon seit Jahren in mehreren der zahlreichen Jugendorganisationen Gerlingens engagiert: Er ist Vorstand des Trägerverein Jugendtreff Gerlingen e.V., Beirat des Jugendhausträgervereins e.V. und außerdem ist er Kassierer des Stadtjugendring Gerlingen.Wer mit Dennis an seiner Seite arbeitet, kann sich auf eine genauso produktive, wie auch spaßige Zeit einstellen. Er geht seine Aufgaben direkt und zielstrebig an und ist auch für Verbesserungsvorschläge immer offen, die er in der Regel sowohl annimmt als auch umsetzt.

Bei den Jungen Gerlingern ist Dennis seit 2017 aktiv. Während er sich anfangs in unserem Ressort Bildung und Jugendbetreuung mit seinem Fachwissen einbrachte, engagiert er sich heute themenübergreifend in beinahe allen Ressorts – von Verkehr und Mobilität bis zu Bauen und Umwelt ist überall ein bisschen Uhl zu finden. Für ihn ist es besonders wichtig, dass die jüngeren Generationen die Möglichkeit haben und auch nutzen, sich am politischen Geschehen zu beteiligen. Dennis findet, man solle seine Chancen wahrnehmen und nicht immer nur laut sein, sondern auch konstruktiv mitwirken. Vor allem, wenn es um Zukunftsthemen gehe, sollten junge Menschen zu Wort kommen, da sie die Politiker von morgen seien. Viele würden sich aber vernachlässigt fühlen, da ihnen nicht die Möglichkeit geboten werde, an wichtigen Entscheidungen teilzuhaben.

Durch seine Ehrenämter und seine Arbeit bei den Jungen Gerlingern ist Dennis immer am Puls der Zeit, was das Geschehen in Gerlingen angeht. Da er bereits jetzt im Hintergrund eine Bereicherung für die Gerlinger Kommunalpolitik ist, wünsche ich ihn mir in den Gemeinderat und in den Vordergrund und fordere daher „einen Stuhl für Dennis Uhl“!

 

Lukas Kuntz

Kandidatenvorstellungen sind eine schöne Sache, oft ähneln sie sich aber doch sehr. Die Kandidat*innen wünschen sich Gleichgewicht zwischen Altbekanntem und Erneuerung; verantwortungsbewusste Finanzplanung; Stadtplanung mit Augenmaß usw. Ohne Frage sind dies drei erstrebenswerte Ziele, doch wofür wir Junge Gerlinger politisch stehen, zeigt sich am deutlichsten in unserer Arbeit im Gemeinderat und in Sachbeiträgen in dieser Zeitung.  Für die Vorstellung unserer Top 5-Kandidaten ist es uns wichtiger aufzuzeigen, warum gerade diese Personen eine besondere Bereicherung für unseren Stadtrat sind.  Statt Eigenlob setzen wir dabei auf den kritischen Blick von außen – und stellen uns gegenseitig vor.

Warum sollten Sie ihre Stimme(n) am 26.05. Lukas Kuntz (Listenplatz 3) geben?

Nachdem Lukas auf der Realschule Gerlingen 2015 die Mittlere Reife und danach auf einem technischen Gymnasium in Stuttgart 2018 das Abitur erlangte, studiert er heute Umweltschutztechnik an der Uni Stuttgart. Und das tut er, wie alles in seinem Leben, aus Überzeugung. Denn er ist überzeugt davon, dass der Umweltschutz immer wichtiger wird und ein aktives Handeln erfordert. Auch in Gerlingen bieten sich hierfür viele Gelegenheiten, die Sanierung der Realschule beispielsweise kommentiert er wie folgt: „Beim Umbau sollte besonders auf eine […] ökologisch moderne Bauweise geachtet werden“.

Lukas ist mit seinen 20 Jahren einer der jüngsten Kandidaten der Jungen Gerlinger, und dennoch hat er schon viel ehrenamtliches Engagement auf dem Buckel. So ist er im Stadtjugendring tätig und seit 2015 im Vorstand des Jugendcafé Konfus aktiv, dessen 2. Vorsitzender er seit drei Jahren ist. Er hält das Ehrenamt als den besten Weg, um aktiv an der Demokratie mitzuwirken, auch deshalb strebt er nun nach dem Ehrenamt des Stadtrates. Da junge Menschen ein Teil der Bevölkerung sind ist er der festen Überzeugung, dass auch sie im Stadtrat vertreten sein sollten, wodurch er sich in seiner Kandidatur zu Recht bestärkt fühlt. Schließlich, so führt Lukas fort, habe ISEK gezeigt, dass die Anliegen der jüngeren Generation in Gerlingen eine hohe Wichtigkeit genießen.

Zu den Jungen Gerlingern ist Lukas 2017 gestoßen. Bei uns hat er als Ressortleiter des Ressorts Öffentlichkeitsarbeit schnell Verantwortung übernommen, die Medienpräsenz (isb. Instagram) der Jungen Gerlinger ist vor allem ihm zu verdanken.

Sie sehen, es gibt genug Gründe, Lukas Kuntz bei der Stadtratswahl am 26. Mai 2019 Ihre Stimme(n) zu geben. Somit bleibt nur noch eines zu sagen: Wählt den Lukas.

Manuel Reichert

 

Die Wahl des Europaparlaments

Am 26.Mai  findet in Gerlingen die Kommunalwahl statt. Hier wird der Gemeinderat gewählt. Aber das ist nicht alles: Auch die Wahl des Europaparlamentes findet am gleichen Tag statt.

Die Datenschutzgrundverordnung 2018 und die Debatte um die Urheberrechtsreform 2019 haben uns in jüngster Zeit gezeigt, welche Tragweite die Entscheidungen der Europäischen Union haben können. In knapp drei Wochen ist es unsere Entscheidung, wer für uns einen der 715 Sitze im Parlament bekommt. Alle 28 Mitgliedstaaten wählen die Abgeordneten für fünf Jahre. Die Kandidaten dürfen in einigen Ländern schon mit 18 Jahren gewählt werden.
Das Parlament vertritt etwa ½ Milliarde EU-Bürgerinnen und Bürger. Es beschäftigt sich mit Fragen des Umweltschutzes, der Lebensmittelsicherheit oder dem Verbraucherschutz. Außerdem setzt es sich für eine notwendige Bankenaufsicht ein, versucht soziale Mindeststandards zu entwickeln und die Freizügigkeit zu erhalten. Die Europawahl findet in Deutschland am 26. Mai statt – bitte gehen Sie wählen und setzen Sie sich für die Zukunft des gemeinsamen europäischen Gedankens ein.

Falls Sie heute schon wissen, dass Sie an dem Tag nicht hier sein können, dann besorgen Sie sich schon jetzt Briefwahlunterlagen. Hierfür müssen Sie den Antrag, der Ihrer Wahlbenachrichtigung beiliegt ausfüllen und im Rathaus abgeben. Die nötigen Unterlagen werden dann zu Ihnen nach Hause geschickt. Ihre Stimme zählt!

 

Mit Bestürzung und in tiefster Trauer haben wir in der letzten Woche erfahren müssen, dass du aus unserer Mitte genommen wurdest. Die Nachricht von deinem Unfall, so unfassbar wie auch gleichzeitig unverschmerzlich, traf uns unerwartet und mit voller Wucht.

Wie soll man es auch verstehen, wenn ein Mensch wie du einfach ohne Vorwarnung, ohne Anzeichen auf irgendetwas, plötzlich aus unserer Mitte verschwindet?

Unsere Zeit mit dir zeigt uns aber, dass du jemand bist, der kein Platz für Traurigkeit hat.

Egal in welcher Situation, egal wie beschissen es einem geht – ein derber Spruch, ein witziger Kommentar von dir hat sein Ziel nie verfehlt und jede Stimmung aufgehellt, deine Art und dein Auftreten haben uns berührt.

Als junge Gerlingerin hast du aktiv an unserem Leben in der Stadt teilgenommen. Egal ob hinter oder vor der Theke im Jugendhaus und Café Konfus oder als Support einer unserer Bands auf einem der unzähligen Konzerte. Ob beim Feiern im UNI oder beim gemütlichen Feierabendbier auf der Wiese: auf ein tiefgründiges oder träumerisches Gespräch mit dir konnte man sich immer und in jedem Zustand einlassen. Dein alter gelber Flitzer – schon fast Kult.

Und auch als aktive Stimme bei lebhaften Diskussionen um das Wohl unserer Stadt hast du dich eingebracht, deine Meinung mit uns geteilt – auf Platz 11 stehst du auf unserer Liste für die anstehende Kommunalwahl.

Diesen Platz hinterlässt du nun leer, nicht nur auf der Liste, sondern auch in unserer Mitte. Doch bleibst du dennoch nicht vergessen.

Wir werden dich vermissen.

 

„Du bist nicht mehr da, wo Du warst, aber Du bist überall, wo wir sind.“

 

Danke Evi, für deine Gedanken, Ideen, dein Engagement, dein Lachen. Danke für die gemeinsame Zeit als Mitstreiterin und Freundin. Wir werden dich für immer in den Köpfen und Herzen behalten.

 

Judith, Nino und Robin – stellvertretend für die Jungen Gerlinger

 

Liebe Damen und Herren,

sieht man unser Stadtentwicklungskonzept heute hier liegen, dann könnte man sich wundern, wie zwei Jahre intensive Arbeit, mit der Beteiligung hunderter Bürgerinnen und Bürger in nur 90 Seiten wiederzufinden sind. Aber unser Papier hat es wirklich in sich – wie meine Vorredner es ja bereits aufgezeigt haben.
Wir verabschieden heute 16 Ziele mit fast 200 zugehörigen Maßnahmen, die die Leitlinien für die Entwicklung unserer Stadt im kommenden Jahrzehnt sein sollen. Unserem Stadtbaumeister Herrn Günther schlottern vermutlich bereits etwas die Knie, wenn er sieht, wie viele der genannten Maßnahmen dem Stadtbauamt zugeordnet sind. Andererseits dürfen wir uns nicht von unseren Zielen abbringen lassen, nur weil der Weg der Umsetzung manchmal steinig und anspruchsvoll sein kann.
Wir Junge Gerlinger möchten in aller Kürze aufzeigen, wo wir die Schwerpunkte und Stärken unseres ISEK-Katalogs sehen. Als jüngste Fraktion – sowohl bezogen auf die Zugehörigkeit zum Gerlinger Gemeinderat, als auch auf das tatsächliche Alter, blicken wir dabei zunächst ganz weit in die Zukunft:
Als langfristiges Ziel hat es uns besonders die Idee des Gerlinger Bürgerparks angetan. In der Innenstadt scheint so zusammenzukommen, was zusammen gehört und die Gerlingerinnen und Gerlinger gewinnen dadurch Raum um zu spazieren, genießen, toben, flanieren oder einfach nur chillen. Wenn wir uns dieses Gerlingen der Zukunft vorstellen, dann ist es eigentlich schon selbstverständlich, dass in der Gerlinger Kernstadt keine Autos mehr fahren – diese nutzen nämlich die bis dahin geschaffene Möglichkeit, die Innenstadt zu umfahren.
Mittelfristig werden wir, wie auch in den vergangenen 10 Jahren, mit Nachdruck die Umsetzung unseres „Lieblingsziels“ verfolgen: die stärkere Berücksichtigung der Interessen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dass dieses Ziel so deutlich formuliert und an prominenter Stelle im ISEK zu finden ist, verdankt Gerlingen dem intensiven Engagement zahlreicher junger Menschen im ISEK-Prozess aber auch der Offenheit vieler Erwachsener, die sich der Zukunft nicht verschließen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollte in naher Zukunft die aufgeführte „Denkfabrik Junges Gerlingen“ stattfinden – und genau wie im Konzept dargestellt, sollten wir uns bemühen, hier einen Querschnitt der jungen Bevölkerung zu erreichen.
Genauso rasch müssen aber auch die Überlegungen dazu, wie es denn nun mit dem Jugendhaus weitergeht, konkreter werden. Das B15 ist und bleibt einer der wichtigsten Anlaufstellen für die Jugend und darf nicht mehr weiter stiefmütterlich behandelt und geflickt werden.
Weitere Themen, mit denen sich der Gemeinderat mittelfristig – d.h. für uns bis zum Ende der kommenden Legislaturperiode – beschäftigen muss, sind die „Klassiker“ der letzten Jahre: Wohnen und Mobilität.
Die aktuelle Entwicklung der Mietpreise bestärkt uns in der Ansicht, dass an Quoten für preisgünstigen Wohnraum in Neubaugebieten kein Weg vorbeiführt. Diese Lösung ist zwar nicht nur unkritisch zu sehen – in Ermangelung einer perfekten Idee aber gar nichts zu tun, wäre für uns nicht entschuldbar.
Uneingeschränkt angesprochen hat uns wiederum die Idee von Mobilitätspunkten. Verschiedene Fortbewegungsarten werden gebündelt und zusammengebracht – das ermuntert zum Ausprobieren und vereinfacht den Umstieg vom Auto.
Der Thema Mobilität bringt mich auch schon zu den kurzfristigen Maßnahmen, die wir gerne so rasch wie möglich umsetzen wollen. Als allererstes ist da der Antrag der Jungen Gerlinger zum Thema Parkraummanagement zu nennen, der seit September 2018 auf eine Behandlung in diesem Gremium wartet. Das ISEK macht deutlich, wie dringend es notwendig ist zu prüfen, wo in Gerlingen Anwohnerparken mit Parkraummanagement möglich, notwendig und sinnvoll ist – worauf warten wir noch?
Und auch sonst sollten wir die scheinbar kleinen Maßnahmen nicht vernachlässigen. Gerade diese sind es, die den Bürgerinnen und Bürgern in ihrem Alltag positiv auffallen und ihnen zeigen: Das ISEK lebt und zeigt Wirkung. Lassen wir also keine Zeit verstreichen, sondern machen uns lieber direkt an die Kleinigkeiten, die wir schnell angehen können: Bessern wir Radwege aus, stellen wir mehr Sitzgelegenheiten in Wohngebieten und der Innenstadt auf, bemühen wir uns um die Möglichkeit einer Fahrradmitnahme in Bussen und passen wir Ampelschaltungen an, die schon 2017 beim Fußverkehrscheck bemängelt wurden – um nur einige Beispiele zu nennen.
Wir wünschen uns, dass das ISEK uns im kommenden Jahrzehnt – und vielleicht auch darüber hinaus – ein ständiger Begleiter ist und wir konsequent daran arbeiten, unsere ambitionierten Ziele zu erreichen. Sofort umzusetzen, was unkompliziert und rasch machbar ist, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Abschließend gilt unser Dank Weeber und Partner, die uns hervorragend begleitet haben und natürlich ganz besonders allen, die an der Erstellung beteiligt waren: Stadtverwaltung, Gemeinderat und ganz besonders der Bürgerinnen und Bürgern.

 

Die Jungen Gerlinger zeigen seit zehn Jahren im Gemeinderat, dass sie für pragmatische, themenzentrierte Politik stehen und komplexen Fragen als Team kompetent begegnen.  Unsere 22 Kandidat*innen bitten auch am 26.05.2019 wieder um Ihr Vertrauen und Ihre Stimme(n). Um Ihnen ein möglichst gutes  Bild von unseren Kandidat*innen zu bieten, setzen wir in diesem Jahr auf Fremd- statt auf Selbstwahrnehmung: unsere Listenplätze 1-5 stellen sich gegenseitig vor. Wir zeigen Ihnen, warum jede*r dieser fünf eine Bereicherung für den Gerlinger Stadtrat ist und bemühen uns dabei kein idealisiertes, sondern ein ehrliches Bild zu zeichnen.

Warum sollten Sie ihre Stimme(n) am 26.05. Manuel Reichert (Listenplatz 4) geben?

„Keine andere Volksvertretung hat einen so unmittelbaren Einfluss auf das Leben der Menschen wie der Gemeinderat. Viele der Beschlüsse, die dort getroffen werden, binden Gerlingen für eine sehr lange Zeit an etwas.“  so beschreibt Manuel seine Sicht auf die Aufgaben und die große Verantwortung, denen sich ein Gemeinderat stellt.  Ein Teil dieser Verantwortung zu werden bedeutet Engagement und Mitwirkung für eine Tätigkeit, bei der jede Aufgabe Hürden, Debatten und Meinungsverschiedenheiten beinhaltet. Genau dies steht für Manuel aber auch im Fokus.

Dass er bereits sehr vertraut mit den Abläufen interner städtischer Angelegenheiten ist, verdankt er auch seiner Ausbildung und seinem Studium im gehobenen Verwaltungsdienst. Im Zuge dieser Ausbildung, die er nach seinem Abitur im Jahr 2012 auf der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg absolvierte, setzte er sich intensiv mit den Entwicklungen einer Stadt, dem verantwortungsbewussten und nachhaltigen Umgang mit städtischen Geldern auseinander. Zudem lernte er auf diesem Weg, sich souverän und in seiner Meinung gefestigt zu präsentieren.

Seit 2016 arbeitet Manuel in der Stadtkämmerei Ditzingen als Stadtoberinspektor und ist dort Abteilungsleiter für Kasse und Rechnungswesen. Es sind also große fachliche Kompetenzen, die Manuel für den Gemeinderat mitbringt. Aber auch seine persönlichen Überzeugungen sollte man nicht vernachlässigen. Manuel ist der Ansicht, dass das Streben nach einem immer höheren „Gerlinger Standard“ den Gestaltungspielraum künftiger Generationen nicht dauerhaft einschränken darf und man sich bei Investitionen immer die Frage stellen muss „Würde ich das auch dann befürworten, wenn ich es selber finanzieren müsste?“. Ganz nach dem Motto „Wenn man Geld nicht ausgibt, was man nicht hat, nennt man das Realismus.“ (Manfred Rommel). So ist es Manuel also wichtig immer kritisch zu hinterfragen, welche Ausgaben und Anschaffungen wichtig sind – nicht nur im Hier und Jetzt, sondern auch in der Zukunft unter Berücksichtigung von Nutzen und Nachhaltigkeit für kommende Generationen. Auch bei den Jungen Gerlinger ist er für sein Verständnis und Gespür, mit Finanzen verantwortungsbewusst umzugehen, sehr geschätzt. So übernahm Manuel, der bereits seit 2014 bei den Jungen Gerlingern aktiv ist, die Leitung des Ressorts Wirtschaft und Finanzen.

Manuel ist, um es in den Worten seines Bruders auszudrücken, „ein heimatverbundener Gerlinger mit Talent und Sachverstand.“ Diese Heimatverbundenheit macht sich auch in seinem langjährigen ehrenamtlichen Engagement bei der Standranderholung (ununterbrochen seit 2007), der Unterstützung des Solitudelaufs mit einem eigenen Getränkestand, sowie der Mitarbeit bei den Jungen Gerlingern bemerkbar.

So lässt sich sagen, dass Manuel ein richtiger Allrounder ist und ein Kraftpaket für den kommenden Gemeinderat darstellt, Mit einer oder mehreren Stimmen an ihn bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 werden Sie alles richtig machen.

Dennis Uhl

Die Jungen Gerlinger zeigen seit zehn Jahren im Gemeinderat, dass sie für pragmatische, themenzentrierte Politik stehen und komplexen Fragen als Team kompetent begegnen.  Unsere 22 Kandidat*innen bitten auch am 26.05.2019 wieder um Ihr Vertrauen und Ihre Stimme(n). Um Ihnen ein möglichst gutes  Bild von unseren Kandidat*innen zu bieten, setzen wir in diesem Jahr auf Fremd- statt auf Selbstwahrnehmung: unsere Listenplätze 1-5 stellen sich gegenseitig vor. Wir zeigen Ihnen, warum jede*r dieser fünf eine Bereicherung für den Gerlinger Stadtrat ist und bemühen uns dabei kein idealisiertes, sondern ein ehrliches Bild zu zeichnen.

Warum sollten Sie ihre Stimme(n) am 26.05. Maik Tobias (Listenplatz 5) geben?

Maik macht keine halben Sachen. Wenn er sagt er ist dabei, dann ist er dabei. Wenn er ankündigt, sich um ein Thema oder eine Aufgabe zu kümmern, dann ist Verlass darauf, dass er bald mit Ergebnissen auf der Matte steht – und obendrauf mit einem Vorschlag, wie es nun weitergeht.  Kurz gesagt: mit Maik zusammen kann man wirklich etwas „wegschaffen“ und das ist sehr viel wert.  Von großen Aufgaben lässt er sich nicht einschüchtern. Vermutlich liegt das daran, dass er es gewohnt ist, Verantwortung zu übernehmen. Maik war 4 Jahre lang Mitglied im Jugendgemeinderat und ist seit 2016 erster Vorsitzender des Jugendcafés Konfus.

Dieses Engagement zeigt, wie sehr seine Heimatstadt ihm am Herzen liegt.  Maik lebt hier seit seiner Geburt 1995, besuchte das Robert-Bosch-Gymnasium, wo er 2014 seinen Abschluss machte. Danach leistete er ein Jahr lang seinen Bundesfreiwilligendienst im Jugendhaus B15 ab, wo er im Anschluss an den BFD auch als Beirat des Vorstandes tätig war. Inzwischen studiert er Wirtschaftsinformatik in Esslingen.

Seit über vier Jahren ist Maik inzwischen bei den Jungen Gerlingern engagiert. Sein Einstieg bei uns war sicher herausfordernd, da er eine unserer ganztägigen Klausuren für seinen ersten Besuch gewählt  hatte: viele Menschen, viele Ideen, viel Trubel. Vielleicht war er deswegen zunächst eher ein Beobachter – der sich aber dennoch ohne Zögern zu Wort meldete, wenn er etwas beizutragen hatte. Unser bunter Haufen schien ihm zu gefallen, so gesellte sich zu unserem Ressort Bildung und Jugendbetreuung und gestaltet dort bis heute aktiv alle Themen mit, die die jüngsten und jungen Bürger*innen betreffen. Auch bei unserem jährlichen Klausurwochenende kann man immer fest mit Maik rechnen. Selbst wenn er eigentlich verhindert ist, schaut er zumindest ein paar Stunden vorbei.  Bei einer solchen Klausur fragten wir ihn vergangenes Jahr, ob er sich vorstellen könne, für den Gemeinderat zu kandidieren. Maik spannte uns auf die Folter und lies sich die Frage eine ganze Weile durch den Kopf gehen. Dass er sich schlussendlich für eine Kandidatur entschieden hat, freut uns sehr.

Wichtige Voraussetzungen für das Amt als Stadtrat erfüllt er schon: er arbeitet strukturiert  und ist stets offen für vernünftige Argumente. Er kann sich schnell in ihm fremde Themengebiete einfinden, was bei der Vielfalt der kommunalpolitischen Fragestellungen absolut unabdingbar ist. Außerdem bringt er bei uns immer wieder wichtige Vorschläge ein, auf welche Weise man Themen angehen und ausarbeiten kann.  Deshalb wird es ihm auch nicht schwer fallen, mithilfe der Sitzungsvorlagen die Grundlage für die Diskussion in unseren Ressorts zu liefern – und genau diese Treffen machen uns Junge Gerlinger so lebendig.

Ich schätze, wenn die erste Unsicherheit schwindet,  wird die kommunalpolitische Arbeit Maik manchmal zu langsam gehen – aber er wird auch merken, dass eine demokratische Auseinandersetzung manchmal einfach mehr Zeit braucht, als man denkt.

Darauf, Maik in diesen Auseinandersetzungen zu erleben, freue ich mich schon– denn bereits als Jugendgemeinderat fiel Maik in Diskussionen (auch mit Stadträt*innen oder dem Bürgermeister) oft durch seine Eloquenz auf. Seinen Standpunkt vertritt er dabei immer unmissverständlich und mit Nachdruck. Er lässt sich nicht von Gesprächspartnern einschüchtern, verliert deswegen aber nicht den Respekt vor seinem Gegenüber. Gegenwind pustet ihn nicht um, stattdessen reagiert er schlagfertig darauf. All diese Fähigkeiten machen Maik nicht nur zu einer Bereicherung für unser Gremium, sondern auch zu einem hervorragenden Bindeglied zwischen Gremium und Bürgerschaft.

Deshalb bitte ich Sie um Ihre Stimme(n) für Maik Tobias bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019.

 

Judith Stürmer

„Zwei Jugendbewegungen, die nicht mehr von Politikern hören wollen, dass sie die Welt noch nicht verstünden. Es ist auch ihre Welt. Sie haben das Recht, sie mitzugestalten – bei der Europawahl und bei allen Wahlen danach.“ – das schreibt Simon Hurtz am 28.03. in der Süddeutschen Zeitung über die Fridays for future-Bewegung und die Demonstrationen gegen Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform. Uns Junge Gerlinger beeindruckt das Engagement, mit dem zahlreiche junge Menschen sich derzeit in politische Debatten einmischen. Sie wollen gehört und ernstgenommen werden, denn auch die junge und jüngste Bevölkerung hat wertvolle Ideen und Anregungen. Genau aus diesem Grund wurden vor 10 Jahren die Jungen Gerlinger gegründet.

Unser Ziel war und ist es, die Interessen eines Teils der Bevölkerung hörbar zu machen, der im Gerlinger Stadtrat lange stark unterrepräsentiert war. Anders als viele andere junge Gruppierungen, setzen wir uns dabei mit der vollen Breite der kommunalpolitisch relevanten Themen auseinander, statt reine Klientelpolitik zu machen, die nur die Umsetzung einzelner jugendrelevanter Maßnahmen verfolgt und andere Lebensbereiche ausblendet. Die Sanierung des Jugendhauses und der dringend notwendige Umzug der Büros von JGR und SJR werden bei uns ebenso ernsthaft und umfassend diskutiert, wie die Gerlinger Stadtentwicklung, der aktuelle Haushalt, Mobilität, Parken, der Umgang mit Gerlinger Naherholungsgebieten u.v.m. Das zeichnet uns aus und darauf sind wir stolz.

Eine Herausforderung begleitet uns nun aber schon unsere gesamte Tätigkeit lang: vielen Mitbürger*innen (nicht nur, aber insbesondere jüngeren) fehlt ein Ort, an dem man sich zwanglos und unkompliziert treffen kann, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Die Gerlinger Gastronomie bietet zwar viele Möglichkeiten, ist aber gleichzeitig an Öffnungszeiten und den Verzehr von Speisen oder Getränken geknüpft. Demgegenüber stellt das Jugendhaus durch seine zentrale und schulnahe Lage eine gute Alternative dar, hat aber ebenfalls begrenzte Öffnungszeiten und sollte nur ein Treffpunkt von vielen sein  (- jeden Tag im selben Restaurant essen wird mit der Zeit eben auch eintönig). Deshalb sind nicht-pädagogisierte Anlaufstellen ohne Konsumzwang mindestens ebenso wichtig. Einen passenden Ort dafür zu finden ist gar nicht so leicht, denn Zusammenkünfte größerer Gruppen sind zwangsläufig von einem gewissen Geräuschpegel begleitet, der selbst in Zimmerlautstärke ggf. Anwohner*innen stören kann.

Gleichzeitig (und vielleicht auch deswegen) fühlen sich junge Menschen im öffentlichen Raum häufig unerwünscht und werden auch regelmäßig auf (nicht immer) freundliche Weise aufgefordert, das Treffen aufzulösen oder sich einen neuen Platz zu suchen, an dem sie vielleicht dann weniger (bzw. andere) stören. Für uns ist dieses Thema kein reiner Generationenkonflikt, denn der Wunsch nach einer hohen Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum ist ebenso universell wie der Wunsch, zu Hause einen ruhigen, störungsfreien Abend zu verbringen.

Aber uns machen diese Entwicklungen Sorgen. Wir alle gehören zu Gerlingen und es sollte uns möglich sein, anders, d.h. offen, im Dialog und ohne gegenseitige Vorbehalte, miteinander umzugehen.

Unter diesen Voraussetzungen ist vor nun über 20 Jahren Grillplatz durch den damaligen Jugendgemeinderat initiiert worden. Die Grillstelle in Richtung Ditzingen war lange ein attraktiver Ort für Jung und Alt, egal ob zum Abhängen mit Freunden oder für den Ausflug mit der Familie. Doch diese Zeiten sind leider vorbei.Neben der sehr bürokratischen Veranstaltungs-Anmeldepflicht lädt der Grillplatz auch durch die spartanischen Betonbänke und -Tische kaum mehr ein, wirklich lange zu verweilen. Zwar ist diese Gestaltung auf den ersten Blick nachvollziehbar – fiel doch die ursprüngliche Ausstattung heftigem Vandalismus zum Opfer. Auf den zweiten Blick erkennt man aber (mal wieder) die Abstrafung der großen Mehrheit, die sich dort friedlich und vernünftig verhalten hat, wegen des idiotischen Verhaltens einiger weniger (eine ähnliche Diskussion findet aktuell über das Schulgelände im Stadtkern statt.)  Ein wichtiger Schritt in der Zukunft muss daher sein, solche Anlaufstellen gemeinsam zu schaffen, sodass eine gewisse Eigenverantwortung für diese Plätze entsteht. Am Beispiel des Grillplatzes könnte man diesen gemeinsam mit Nutzer*innen neu gestalten. Das Jugendcafé Konfus zeigt hervorragend, wie sorgsam sich junge Bürger*innen um „ihre“ Rückzugsorte kümmern können.

Unabhängig davon ist es aber mit nur einer Anlaufstelle nicht getan. Auch zentrumsnah ist der Bedarf für attraktive Aufenthaltsorte groß. Aber wie kann hier ein Interessensausgleich zwischen Nutzer*innen und Anwohner*innen stattfinden? Eine Lautstärkeregelung oder gar eine Schallschutzwand sind weder attraktive noch praktikable Lösungen. Wir sind der Überzeugung, dass sich Zusammenleben am besten gemeinsam gestaltet, daher begrüßen wir ausdrücklich den Austausch zwischen Besucher*innen und Nachbar*innen von beliebten Treffpunkten, den der Sozialausschuss in seiner letzten Sitzung angestoßen hat. Vielmehr noch – wir als Junge Gerlinger sehen uns dazu verpflichtet, diesen Dialog zu fördern, haben wir in Gerlingen doch die besten Kontakte in „die Szene“. Auch in Zukunft, für das Ausloten weiterer potenzieller Standorte, fordern und begrüßen wir die gemeinsame Kommunikation – mit einem offenen Ohr für die Bedürfnisse des jeweils anderen. Denn gute politische Entscheidungen müssen die Wünsche der jungen Bevölkerung genauso berücksichtigen wie die aller anderen.

Nach dem die Dringlichkeit der Sache bei der ISEK-Klausur der Gemeinderates nochmal verdeutlicht wurde, haben nun auch andere Fraktionen ihr Herz für junge Mitbürger*innen entdeckt und einen Antrag zum o.g. Thema gestellt. Das freut uns sehr – mögen diese Bemühungen im Sinne der jungen Bürger*innen auch nach der Kommunalwahl im Mai noch lange währen…

Robin Kruck und Judith Stürmer

Der Gasthof Hirsch war seit wir beide denken können eine Gerlinger Institution. Nun ist er leider Geschichte. Seit einiger Zeit gibt es jedoch engagierte Bürger*innen, die gemeinsam Ideen sammeln, was man denn nun alles aus den leeren Räumen im Hirsch machen kann.

Vorerst entsteht im Hirsch nun die neue Gerlinger „Mitmachzentrale“. Diese wird unter anderem Platz für Nachbarschaftsgespräche bieten, eine Ideenwerkstatt für die (digitale) Zukunftskommune beheimaten und ein Wiederverwertungshof bietet Platz für Tauschgeschäfte mit Elektrogeräten, die man nicht mehr benötigt, die aber zu schade für die Tonne sind.

Es gibt noch eine weitere Idee aus der Bürgerschaft, die uns besonders ins Auge gefallen ist: Eine Möglichkeit, die Bierbraukultur in unserer Stadt aufleben zu lassen. Es wäre nicht die schlechteste Idee durch Hopfen, Gerstenmalz, Hefe und Wasser interessierte Gerlinger*innen von jung bis alt zusammenzubringen – zumal wir im Vergleich zu unserer Nachbarschaft in Sachen Braukultur doch noch etwas hinterherhinken. Wir könnten uns sehr gut vorstellen, dass dies das geplante Angebot im Hirsch gut ergänzen würde. In Kombination könnten alle genannten Ideen gemeinsam die leeren Räumlichkeiten mit kreativem Leben füllen können.

Ein Ort von Bürgern für Bürger! Wir Junge Gerlinger haben uns zur Aufgabe gemacht, diese und weitere wichtige Projekte im Auge zu behalten, mitzugestalten und darüber zu informieren – auch deshalb waren wir gestern bei der Vereinsgründung im Hirsch mit dabei und freuen uns zu sehen, was die Zukunft dort bringt.

 

Dominik Hahn und Robert Wagner für das Ressort Kultur und Freizeit

In Gerlingen leben derzeit 19.700 Menschen und mit ihnen nahezu 13.000 PKWs. Insgesamt geben bei der ISEK-Umfrage 2017 ganze 92% der Gerlinger*innen an, dass ihnen im Regelfall ein Auto zur Verfügung steht. Dieses Zusammenleben von Mensch und Fahrzeug ist geprägt von Widersprüchen:

  • Die vielen parkenden und fahrenden Autos werden als Abwertung des Stadtbilds angesehen, das Blech soll von der Straße verschwinden – dennoch sehen die meisten Gerlinger*innen es als sehr wichtig an, neue Parkflächen (auch zentrumsnah) zu schaffen.
  • Ein Großteil der Bürger*innen gibt an, dass Gerlingen eine sehr gute Anbindung an den ÖPNV hat – gleichzeitig ist das Auto das bei weitem am häufigsten genutzte Verkehrsmittel. Nicht mal ein Fünftel der Gerlinger*innen besitzen eine Monats-  oder Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel.
  • „Innenverdichtung vor Gebietsvergrößerung“ ist eine prägende und erfolgreiche Strategie in der Gerlinger Stadtentwicklung und wird allseits befürwortet. Gerade diese Strategie erschwert uns jedoch immer wieder die Schaffung von ausreichenden Parkmöglichkeiten bei der Neuschaffung von Wohnraum.
  • Fußgänger mit Kinderwagen / Rollator oder auch Rollstuhlfahrer müssen häufig auf die Straße ausweichen, um aneinander vorbeizukommen. Daher wird gefordert, Gehwegparken stärker zu ahnden. Andererseits wird die Parksituation in allen Stadtgebieten Gerlingens schlecht bewertet, so dass das Parken auf Gehwegen oder zu nah an der Kreuzung immer wieder als einzige Lösung angesehen wird.
  • Die Zahl der Anträge zur Errichtung von Parkflächen auf privatem Grund steigt stetig an – extrem viele Garagen und Stellplätze werden jedoch zweckentfremdet, z.B. als Lagerfläche.

Wo kann man überhaupt ansetzen, um diesen gegensätzlichen Herausforderungen zu begegnen?

Attraktivität des ÖPNV steigern, insb. für Pendler
Die 319 Stellplätze in den zwei städtischen Tiefgaragen stellen mit Kosten von maximal 5€ pro Tag bereits einen Anreiz für einen Umstieg auf die U-Bahn dar – gerade für diejenigen, die nicht in Laufnähe der Endhaltestelle wohnen. Die umfassende Tarifreform der VVS zum 01.04.2019 steigert die Attraktivität des ÖPNV enorm, kann aber nicht das Ende der Fahnenstange sein. Eine weitere Verbesserung des Streckennetzes (aus Gerlinger Sicht z.B. die Verbindung nach Vaihingen) und der Taktung muss weiterhin Stück für Stück vorangetrieben werden.

Bessere Bedingungen für Radfahrer schaffen
Selbstverständlich kann das Auto nicht in jeder Situation einfach durch ein Fahrrad ausgetauscht werden. Attraktivere Bedingungen fürs Radfahren könnten jedoch den Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Strecken deutlich erhöhen. Das heißt: Mehr Radwege, die in ein vernünftiges Radwegesystem eingebunden sind sowie breitere, gut markierte Radwege, um die Sicherheit auch auf zwei Rädern zu gewährleisten. Zusätzlich müssen wir in der Verkehrsplanung auch stärker die Bedürfnisse von E-Bikes, Pedelecs oder Elektrorollern mitdenken, da die Gruppe der Nutzer*innen weiterhin stetig wachsen wird. Verkehrsplanung soll schließlich auch, aber nicht nur für Autofahrer attraktive Lösungen anbieten.

Übergreifende Systeme schaffen – Parkraummanagement für Gerlingen?
Zu viele Autos, zu wenige Parkplätze. Das stellt uns auf kurz oder lang vor die Frage: Wer muss, wer soll und wer darf in Gerlingen sein Auto auf öffentlichen Flächen abstellen? Sicherlich stehen uns unangenehme Diskussionen bevor, diese dürfen wir aber nicht auf die lange Bank schieben, besonders im Hinblick auf die Verkehrssicherheit aller Gerlinger*innen. Die Einführung eines Parkraummanagements (PRM) wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Parkplätze wären weiterhin für alle da: Anwohner können sie nach Erwerb eines Parkausweises gebührenfrei und zeitlich unbegrenzt nutzen; fürs Gewerbe gibt es spezielle Regelungen und alle anderen können ihr Auto gegen Gebühr abstellen. Einnahmen, die man hervorragend für den o.g. Ausbau des Radwegenetzes einsetzen könnte.  Auch das „Garagen-Problem“ könnte man so angehen, Stuttgart macht es vor: Wer eine Garage besitzt oder mietet, kann keinen Bewohnerparkausweis beantragen – Möbel oder Werkzeug, die den Platz fürs Auto einnehmen, verschwinden dann in der Regel schnell. Ein PRM in Gerlingen ist alleine keine Lösung aller Probleme, aber immerhin ein großer Schritt und ein wichtiges Zeichen. Die Jungen Gerlinger haben übrigens bereits im September 2018 einen Antrag zum Thema PRM gestellt, zu dem es hoffentlich in Kürze Neuigkeiten gibt.

Judith Stürmer für die Fraktion der Jungen Gerlinger

Die letzte Staffel des „Bachelors“ ging gerade erst zu Ende. In der auf RTL ausgestrahlten Sendung buhlt eine Vielzahl von jungen Frauen um die Gunst eines akademischen Schönlings. Klar ist, nur eine kann dabei gewinnen. Wenig Angebot, viel Nachfrage. Ein klassisches Oligopol. Die Volkswirtschaftslehre zeigt uns, dass dieses Konstrukt eigentlich nur eines bedeutet. Die (wenigen) Anbieter bestimmen den Preis. Beim Bachelor versuchen die Anwärterinnen alles, um durch ansprechendes Aussehen, tiefgründige Gespräche beim Einzeldate oder eigens geplante Intrigen die Konkurrenz auszustechen und gleichzeitig in der Gunst ihres Schwarms zu steigen – solange bis nur noch eine „Rose“ übrig ist.

Nicht selten resultiert daraus ein Machtkampf unter den Anwärterinnen, welcher geprägt ist von Missgunst, Tränen, Neid und menschlichem Leid. Wenn wir Sie hier noch nicht zum Weiterblättern verleitet haben, liebe Leserinnen und Leser, und Sie sich so langsam fragen, was dieser Artikel mit kommunaler Politik zu tun hat, so wollen wir dies nun auflösen. Die Rede ist vom Wohnen in Gerlingen.

Wer in den letzten Jahren auf Wohnungssuche war und dabei kein grenzenloses Budget besaß, kennt das Problem. Denn allzu oft endet ein solcher Suchvorgang mit einem Korb – ohne Rose. Und auch die negativen Gefühle im Falle einer Absage belasten. Ist doch die Suche nach der großen Liebe für viele ähnlich existenziell wie ein bezahlbares Zuhause. Dabei ist die Schaffung (und Wahrung) von Wohnraum für alle Gesellschaftsschichten in unserer Region eine DER Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Aber, um bei akademischen Abschlüssen zu bleiben, einen Master(-plan) haben auch wir noch nicht. Das liegt aber an der Sache selbst. Das einzig plausible Mittel, das kurzfristig gegen teure Mieten bei gleichbleibender Nachfrage hilft, ist die Erhöhung des Angebots. Aber dabei sollen die Häuser doch auch bitteschön nicht zu hoch oder zu dicht gebaut werden und schon gar nicht erst auf Kosten unserer Gerlinger Naherholungs- und Nutzflächen wie dem Wald oder dem fruchtbaren Ackerland gehen. Doch was dann? Subvention? Genossenschaftlicher Wohnungsbau? Eine Gerlinger Wohnungsvermittlungsstelle? Neue Vorschriften für die (wenigen) neuen Baugebiete? Maßnahmen wie beispielsweise Bußgelder, gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum, wie sie in anderen Städten bereits umgesetzt sind?

Es gibt Ansätze, die wir verfolgen wollen. Dabei wissen auch wir, dass die von uns initiierte Studenten-WG keine Lösung des generellen Problems darstellt. Wir als Junge Gerlinger werden uns jedoch auch weiterhin dafür einsetzten, dass das Leben in unserer Stadt für alle Menschen die gerne hier wohnen oder wohnen wollen bezahlbar wird oder bleibt. Dafür sind wir für alle konstruktiven Vorschläge offen. Fakt ist, Kompromisse werden wir finden müssen, um die Attraktivität Gerlingens für alle zu erhalten, unabhängig vom Alter, des Gehalts, der Herkunft oder dem sozialen Stand.

Denn wir wollen, dass jeder, der eine Rose will, diese auch bekommt – egal ob alleinerziehende Mutter, Student oder Geschäftsführer. Ein Zuhause braucht jeder.

Robin Kruck und Timo Lutz